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21. August 2020

Angus Deaton über "Randomized control Trials" und damit verbundene ethische Probleme,...


...allerdings sieht er diese vor allem in Entwicklungshilfeprojekten und wenn es um arme Menschen geht. Deaton schreibt gegen Ende des Beitrags: "Social plumbing should be left to social plumbers, not outside experimental economists who have no special knowledge, and no legitimacy". Damit formuliert er eine Kritik an sozialingenieurialer Einflussnahme von Wissenschaftlern, wo politische Veränderungen gefordert wären, die aber nicht Aufgabe von Wissenschaft sind. Und zuvor hat er einen weiteren Zusammenhang der Hoffnung auf die Evidenzen, die RCTs herbeibringen könnten, hergestellt:

"I see RCTs as part of what Bill Easterly calls the 'technocratic illusion,'51 that is the original sin of economic development, an aspect of what James Scott has called 'high modernism,' that technical knowledge, even in the absence of full democratic participation, can solve social problems. According to this doctrine, which seems especially prevalent in Silicon Valley, among foundations, and in the effective altruism movement, global poverty will yield to the right technical fixes, one of which is the adoption of RCTs as the basis for evidence-based policy. Ignoring politics is seen as a virtue, not the vice that it is. Foundations and altruists often “know” what is good for poor people, and have the best intentions, but provide little evidence that poor people agree with their assessments or value their remedies, so that their interests can easily come to conflict with those they are trying to help. The technocrats believe that they can develop other people’s countries from the outside, because they know how to find out what works. In this, at least, there is no great difference between designing a gadget and designing social policy."

Was Deaton hier den Entwicklungsprojekten vorwirft, würde ich für die Feldexperimente in liberalen Demokratien ebenso zu bedenken geben, wenn z. B. Fragen Gegenstand eines Feldexperiments sind, die politisch schon beantwortet wurden. Im Zusammenhang mit dem jüngsten Pilotprojekt von Mein Grundeinkommen (siehe auch die Diskussion hier) z. B., dass nicht herausgefunden werden muss, ob Bürger ein verantwortungsvolles Leben führen, sondern dass dies der vorausgesetzte Ausgangspunkt  der bestehenden Demokratie ist. Daran ändert es auch nichts, wenn Abweichungen davon vorliegen - und was sind eigentlich Abweichungen diesbezüglich, wer befindet darüber? Zu den methodischen Grenzen solcher Experimente habe ich schon öfter geschrieben, siehe hier.

Sascha Liebermann

17. Oktober 2018

Vortrag von Philippe van Parijs und Podiumsdiskussion mit Joseph Stiglitz, Angus Deaton und Peter Hartz (!)

Anlässlich von "The KYUNGHYANG FORUM 2018 | BEYOND $30000, Striving for a better tomorrow", veranstaltet von ACRES, gab es einen Vortrag und eine kurze Diskussionsrunde zum Bedingungslosen Grundeinkommen:

Vortrag von Philippe van Parijs: https://www.youtube.com/watch?v=qv3v0MgoeWs
Podiumsdiskussion: https://www.youtube.com/watch?v=GiVUzn9V5Qo&t=11s

26. Mai 2016

Nobelpreisträger Angus Deaton pro Grundeinkommen?

Ja, wenn damit gemeint ist, dass es ein Mindesteinkommen geben soll, damit die Existenz gesichert ist. Damit ist nicht notwendig ein Bedingungsloses Grundeinkommen gemeint, wenn man die Meldung der Taipei Times genau liest.

Dort heißt es: "'The government should take care of people with low income and should be pushing basic income grants,' the economist told a forum at the Taipei International Convention Center".

Was heißt das nun? Womöglich hätte Angus Deaton, vielleicht hat er sogar, sich ausdrücklich für ein BGE von der Wiege bis zur Bahre ausgesprochen, das lässt sich an dieser Passage aber nicht erkennen. Was sich erkennen lässt, ist eine Mindestabsicherung, die genauso über Soziahilfe erreicht werden kann, wie auch immer sie gestaltet wäre.

Sascha Liebermann