12. Dezember 2018

ZDF 37 Grad - Mit Flaschensammeln das Einkommen aufbessern

Damit beschäftigte sich die ZDF-Sendung 37 Grad. Porträts dreier Rentner, die mit dem Sammeln von Pfandflaschen ihre Rente aufbessern, aber das Sammeln hat eine Vorgeschichte. Der marktschreierische Titel "Die Pfandjäger" passt nicht recht zur Haltung derer, die porträtiert werden, auf ihn hätte gut verzichtet werden können.

"DGB will 1,6 Millionen Menschen aus Hartz IV holen" - Würde durch Arbeit?

Darüber berichtete Zeit Online und bezieht sich vermutlich auf das Papier "Soziale Sicherheit statt Hartz IV". Von Sanktionen soll nicht generell Abschied genommen werden, ihre heutige Schärfe wird lediglich kritisiert. An einer Stelle gibt die Zwischenüberschrift einen wichtigen Hinweis:

"Hartz-IV-Regelwerk grundlegend neu gestalten… … und so das „Hartz-IV-Unwesen“ überwinden und Würde wiederherstellen".

Würde kann nicht "wiederhergestellt" werden, da sie dem Menschen als solches zukommt, zumindest im Verständnis liberaler westlicher Demokratien. Dass die Systeme sozialer Sicherung so gestaltet sein sollten, dass sie dieser Würde ent- statt ihr zu widersprechen müsste das Ziel sein. Sonst  läuft alles auf Würde durch Arbeit hinaus, dann gilt sich nicht davon unabhängig.

Sascha Liebermann

"Wie Nähroboter die Welt verändern"...

...darüber berichtet Gabriela Simon auf Telepolis. Die Entwicklungen sind interessant, weil damit die Lohnkostenvorteile heutiger Produktionsstandorte in Asien sinken und Alternativen neue Wege ermöglichen könnten.

10. Dezember 2018

"Stolz auf was?" - Untiefen der Arbeitslosigkeitsstatistik und was sie nicht aussagt

Damit befasste sich Tom Strohschneider in der freitag angesichts der wieder einmal überall zu lesenden Jubelmeldungen und Erfolge. Doch was sagt die Arbeitslosigkeitsstatistik aus? Was nicht? Wofür ist sie relevant?

Siehe frühere Beiträge von uns zu dieser Thematik hier und hier.

"Diese Unsicherheit macht Menschen krank und handlungsunfähig"...

...Interview mit dem Psychologen Rainer Wieland auf t-online anlässlich der Vorstellung des neuen Projekts "HartzPlus" von sanktionsfrei.

"Kein Jobwunder durch Hartz IV"...

...darüber berichtet DGB Klartext.
Siehe auch "Armut schafft keine Arbeit" von Ulrike Herrmann. Siehe unsere früheren Beiträge zur Entwicklung des Arbeitsvolumens.








7. Dezember 2018

"HartzPlus"-Projekt gestartet - Freiwillige gesucht

Zur Website
Zur Pressemitteilung

Siehe unsere Kommentare zu Feldexperimenten
Siehe hier zu Untersuchungen über die "Armutsfalle" und Gründe für  langfristigen Sozialleistungsbezug

Update 7.12.: Wir hatten aus Versehen auf die Pressekonferenz von sanktionsfrei aus dem Jahr 2016 verlinkt.

"Arbeitsmarkt versus Familienwohl"...

...vier Meinungen dazu auf der Website der Bundeszentrale für politische Bildung. Die erste kommt von Britta Sembach und Susanne Garsoffky, die sich im vergangenen Jahr für ein Bedingungsloses Grundeinkommen ausgesprochen haben, nachdem sie in einem anderen Buch die Illusion der "Vereinbarkeit von Familie und Beruf" behandelt hatten. Siehe frühere Kommentare von uns zur "Vereinbarkeit von Familie und Beruf" und hier.

Folgen eines Bedingungslosen Grundeinkommens



"Neue Generationen-Studie: Einmal Hartz IV, immer Hartz IV?"

Was voller Inbrunst immer wieder einmal durch die Medien getrieben wird, muss deswegen nicht dem realen Leben entsprechen. Im Deutschlandfunk wurde über eine Studie berichtet, die an der Universität Duisburg-Essen durchgeführt wurde und sich mit den Lebenswirklichkeiten von Familien befasst, die schon über mehrere Jahre oder gar Jahrzehnte auf Transferleistungen angewiesen sind. Die Forscher haben herausgefunden, welche Beschwernisse auf diesen Familien liegen, wie komplex die Problemlagen sind und dass einfache Antworten nicht weiterführen. Wer sich mit solchen Fragen zuvor schon befasst und dazu nicht-standardisierte Interviews ausgewertet hat, den werden die Ergebnisse nicht überraschen. Sie widersprechen aber verbreiteten Vorurteilen, die gerade auch in der Diskussion um ein BGE anzutreffen sind. Vor etlichen Jahren schon gab eine Studie von Hanna Petschauer, Ronald Gebauer und Georg Vobruba mit dem Titel "Wer sitzt in der Armutsfalle?" Einblick in die individuellen Problemkonstellationen, die zu beachten sind. Hier Veröffentlichungen im Anschluss an die Ausgangsstudie:

Zur Kritik des Armutsfallentheorems (Ronald Gebauer und Hanna Petschauer)
Die Arbeitslosigkeitsfalle vor und nach der Hartz-Reform (Georg Vobruba und Sonja Fehr)
Fordern statt Fördern? – Nein! Wege aus Arbeitslosigkeit und Armut erleichtern (Ronald Gebauer)
Arbeit gegen Armut. Grundlagen, historische Genese und empirische Überprüfung des Armutsfallentheorems (Ronald Gebauer)

Dass es die "Armutsfalle" in der Form, wie oft behauptet, gar nicht gibt, war ein wichtiges Ergebnis, das leider viel zu wenig rezipiert wird. Man denke nur an die jüngste Debatte, Sanktionen durch "Anreize" zu ersetzen.

Sascha Liebermann

6. Dezember 2018

"Die Sozialversicherung produziert keine Kinderarmut - Kommentar zum Artikel von Borchert und Replik"...

...Ralf Krämer hat den Beitrag von Jürgen Borchert, auf den wir kürzlich hingewiesen haben, kritisiert, Borchert darauf geantwortet. Die Beiträge wurde auf der Website von Norbert Häring veröffentlicht.