...darüber schreibt Stefan Sell in einem Blogbeitrag auf Makronom über die jüngsten Äußerungen des Bundesfinanzministers Olaf Scholz zum Mindestlohn von 12 Euro. Hier ein Auszug:
"Denn die damals bei der Implementierung dieser Lohnuntergrenze
zuständige Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) hat bei der Frage
der Anpassung mit der Mindestlohnkommission und dem zugrundeliegenden
Regelwerk ganz bewusst einen Mechanismus geschaffen, der verhindern
soll, dass der politisch gesetzte Mindestlohn stärker angehoben werden
kann. Und Nahles hat wahrhaft deutsche Qualitätsarbeit abgeliefert: Denn
auch wenn einige Leute es wollten – es wird mit diesem Regelwerk keinen
ordentlichen Schluck aus der Mindestlohnpulle geben können: Die
bisherigen Anhebungen des Mindestlohns sind nicht Pi-mal-Daumen
festgelegt worden, sondern folgen einer ganz eigenen, zugleich in sich
abgeschlossenen Dynamisierungslogik, die jede „politische
Übergriffigkeit“ im Sinne einer deutlichen Anhebung verhindert."
Wer in Absehung von bestehenden Regelungen Forderungen in die Welt setzt, die ohnehin solange nicht wirklich werden können, solange die Regelungen nicht angetastet werden, was richtet der an? Zumindest muss man sich fragen, inwiefern es sich um verantwortungs- weil praktisch folgenloses Agieren handelt, das an anderer Stelle doch Folgen zeitigt. Es beschädigt die Glaubwürdigkeit solcher Vorschläge und derer, die sie vorbringen, damit die Glaubwürdigkeit politischen Handelns. Wer also über den Zustand unserer Demokratie sich Gedanken macht, sollte darüber nicht schweigen.
Sascha Liebermann
8. November 2018
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