...vier Meinungen dazu auf der Website der Bundeszentrale für politische Bildung. Die erste kommt von Britta Sembach und Susanne Garsoffky, die sich im vergangenen Jahr für ein Bedingungsloses Grundeinkommen ausgesprochen haben, nachdem sie in einem anderen Buch die Illusion der "Vereinbarkeit von Familie und Beruf" behandelt hatten. Siehe frühere Kommentare von uns zur "Vereinbarkeit von Familie und Beruf" und hier.
Posts mit dem Label Britta Sembach werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Britta Sembach werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
7. Dezember 2018
20. April 2018
Vom Arbeitszeitmodell zum Bedingungslosen Grundeinkommen...
...diese Entwicklung haben die beiden Autorinnen durchlaufen, deren jüngstes Buch schon in 2017 (siehe google books, und beim Verlag) veröffentlicht, in dem sie sich mit dem Bedingungslosen Grundeinkommen befassen und es als Lösung für manches Problem betrachten (siehe auch hier). In ihrem vor wenigen Jahren erschienenen Buch, das sich mit der "Alles ist möglich-Lüge" (siehe auch hier) ,der Vereinbarkeit von Familie und Beruf beschäftigt, waren sie den Schritt zum BGE noch nicht gegangen.
8. September 2017
"Susanne Garsoffky: Nur ein bedingungsloses Grundeinkommen kann Probleme lösen"...
...ein Interview mit einer der beiden Autorinnen von "Die Alles-ist-möglich-Lüge" in der Frankfurter Neuen Presse anlässlich ihres neuen Buches "Der tiefe Riss". In ihrem ersten Buch arbeiteten die Autorinnen heraus, dass die "Vereinbarkeit" von Familie und Beruf eine schönfärberische Formel ist, die über reale Herausforderungen hinweggeht. So klar viele Argumente in dem Buch sind, so wenig vermochten die Autorinnen aus der Vorstellung herauszutreten, dass doch über Arbeitszeitmodelle eine bessere Vereinbarkeit irgendwie zu machen sein müsste. Auf der Hand lag hingegen damals schon, wie nah sie an das Bedingungslose Grundeinkommen herankommen, ohne den Schluss darauf zu ziehen. Offenbar hat sich das nun geändert, wie diese Passage zeigt:
"GARSOFFKY: Wir wollen weg vom umlagefinanzierten System und plädieren für ein bedingungsloses Grundeinkommen. Wer außerdem arbeitet, verdient dann mehr. Für Kinder gäbe es auch ein Grundeinkommen, möglicherweise niedriger als für Erwachsene. Davon würde zum Beispiel die wachsende Zahl der Alleinerziehenden profitieren, und es wäre auch eine Maßnahme gegen Kinderarmut.
Halten Sie das für realistisch?
GARSOFFKY: Am Anfang dachten wir selbst, es handele sich beim Grundeinkommen um eine unrealistische Idee. Aber wir haben intensiv recherchiert und inzwischen klinken sich viele in diese Debatte ein. Und sie wird auch relevanter werden, weil durch die Digitalisierung viele Arbeitsplätze wegfallen. Deswegen ist ein Grundeinkommen nicht vollkommen unwahrscheinlich. Zur Höhe gibt es natürlich verschiedene Modelle. Es fielen dann alle anderen Sozialleistungen weg – und somit auch viel Verwaltungsaufwand.
Wäre ein Grundeinkommen nicht für manche ein falscher Anreiz, nicht mehr zu arbeiten oder Kinder zu bekommen, um die sie sich nicht kümmern oder die sie gar misshandeln?
GARSOFFKY: Solche Fälle lassen sich natürlich nicht ausschließen. Aber es ist eine Frage des Menschenbildes, das wir haben. Ob wir den Menschen für grundsätzlich faul halten – oder ob wir glauben, dass er grundsätzlich nach einer sinnvollen Beschäftigung sucht. Wenn wir dem zweiten Bild zuneigen, dann glauben wir auch, dass die meisten verantwortungsvoll mit einem Grundeinkommen umgehen würden. Und die Minderheit, die das nicht kann, muss eine liberale und demokratische Gesellschaft tolerieren können."
Es ist doch interessant zu sehen, wie ein Wandel hin zum BGE sich durch die Auseinandersetzung mit bestimmten Fragen ergeben kann, wenngleich hier offenbar ein bestimmtes Konzept den Denkanstoß gegeben hat. Es ist keineswegs notwendig, alle Leistungen jenseits des BGEs abzuschaffen.
Sascha Liebermann
"GARSOFFKY: Wir wollen weg vom umlagefinanzierten System und plädieren für ein bedingungsloses Grundeinkommen. Wer außerdem arbeitet, verdient dann mehr. Für Kinder gäbe es auch ein Grundeinkommen, möglicherweise niedriger als für Erwachsene. Davon würde zum Beispiel die wachsende Zahl der Alleinerziehenden profitieren, und es wäre auch eine Maßnahme gegen Kinderarmut.
Halten Sie das für realistisch?
GARSOFFKY: Am Anfang dachten wir selbst, es handele sich beim Grundeinkommen um eine unrealistische Idee. Aber wir haben intensiv recherchiert und inzwischen klinken sich viele in diese Debatte ein. Und sie wird auch relevanter werden, weil durch die Digitalisierung viele Arbeitsplätze wegfallen. Deswegen ist ein Grundeinkommen nicht vollkommen unwahrscheinlich. Zur Höhe gibt es natürlich verschiedene Modelle. Es fielen dann alle anderen Sozialleistungen weg – und somit auch viel Verwaltungsaufwand.
Wäre ein Grundeinkommen nicht für manche ein falscher Anreiz, nicht mehr zu arbeiten oder Kinder zu bekommen, um die sie sich nicht kümmern oder die sie gar misshandeln?
GARSOFFKY: Solche Fälle lassen sich natürlich nicht ausschließen. Aber es ist eine Frage des Menschenbildes, das wir haben. Ob wir den Menschen für grundsätzlich faul halten – oder ob wir glauben, dass er grundsätzlich nach einer sinnvollen Beschäftigung sucht. Wenn wir dem zweiten Bild zuneigen, dann glauben wir auch, dass die meisten verantwortungsvoll mit einem Grundeinkommen umgehen würden. Und die Minderheit, die das nicht kann, muss eine liberale und demokratische Gesellschaft tolerieren können."
Es ist doch interessant zu sehen, wie ein Wandel hin zum BGE sich durch die Auseinandersetzung mit bestimmten Fragen ergeben kann, wenngleich hier offenbar ein bestimmtes Konzept den Denkanstoß gegeben hat. Es ist keineswegs notwendig, alle Leistungen jenseits des BGEs abzuschaffen.
Sascha Liebermann
31. Dezember 2014
Ausführliches Gespräch mit Britta Sembach und Susanne Garsoffky
Vor einigen Wochen haben wir auf das Buch "Die 'Alles ist möglich-Lüge'" hingewiesen, da die Autorinnen Britta Sembach und Susanne Garsoffky sich ausführlich zur "Vereinbarkeit von Familie und Beruf" äußern und im Grunde mit ihren Überlegungen alles vorbereiten, um im Schlusskapitel auf das Bedingungslose Grundeinkommen zu sprechen zu kommen. Genau das aber geschieht dort nicht. In diesem ausführlichen Gespräch mit der Zeitschrift Nido antworten sie auf Fragen zum Buch. Bei aller Kritik, die die Autorinnen dort zur Erwerbszentrierung vorbringen, haben sie zugleich eine unterschiedliche Haltung zu ihren Erfahrungen mit der Zerrissenheit zwischen Familie und Beruf. Das BGE läge hier so nahe, wenn doch nur die Konsequenz aus ihren Erfahrungen gezogen würde.
14. Oktober 2014
"Das 'Alles ist möglich'-Mantra ist eine Lüge"...
...so ist ein Beitrag im Deutschlandradio Kultur übertitelt, der über das Buch "Die Alles-ist-Möglich-Lüge" berichtet. Es geht darin um die vermeintliche "Vereinbarkeit" von Familie und Beruf, der die Autorinnen - Susanne Garsoffsky und Britta Sembach -, wie sie schreiben, selbst aufgesessen sind. Doch, wie wäre es anders möglich? Sie plädieren für mehr Flexibilität der Lebensgestaltung, Phasen, in denen die Familie im Zentrum stehen und solche, in denen der Beruf im Zentrum stehen kann, beide müssten sich abwechseln können. Weshalb kann die Hochzeit beruflichen Engagments nicht auf die Zeit der Familiengründung (zwischen 30 und 40) nachfolgen, fragen sie? Es bedarf anderer Vorstellungen von Leben und Arbeit, auch damit Väter mehr Zeit für Familie haben könnten. In den Beiträgen ist von abwechselnden Lebensphasen die Rede, von mehr Teilzeit- und Telearbeit. Würde das aber die Stellung von Erwerbstätigkeit tatsächlich relativieren und Freiräume schaffen, über Arbeitsbedingungen anders verhandeln zu können? Das Bedingungslose Grundeinkommen wird zumindest in den hier verlinkten Beiträgen (siehe Kurzbeiträge der Autorinnen hier und hier) nicht erwähnt, könnte jedoch die eigentliche Konsequenz sein.
Zu "Vereinbarkeit von Famlie und Beruf" siehe frühere Kommentare hier.
Sascha Liebermann
Zu "Vereinbarkeit von Famlie und Beruf" siehe frühere Kommentare hier.
Sascha Liebermann
Abonnieren
Posts (Atom)
