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25. August 2026

"Hauptsache Arbeit. Menschengerecht"...

 ...ist der vierte Teil einer vierteiligen Reihe auf arte. Im vierten Teil wird die Diskussion um etwaige Folgen der Nutzung künstlicher Intelligenz auf die Arbeitswelt angesprochen, aber auch Fragen zum Stellenwert von Erwerbsarbeit werden gestellt - das Grundeinkommen kommt ebenfalls vor. 

Für diejenigen, die sich mit der Diskussion um ein Bedingungsloses Grundeinkommen eingehender beschäftigt haben, bietet der Beitrag nichts Neues, lediglich führt er vor Augen, wie eng die Debatten geführt werden und wie wenig dem Menschen zugetraut wird dahingehend, sich Aufgaben zu suchen und sich neu auszurichten. Wie sehr die Idolatrie der Erwerbsarbeit den Blick auf Möglichkeiten in ihr und jenseits von ihr verstellt, wird deutlich. Der fünfte Teil, der offenbar nicht vorgesehen ist, müsste sich nun damit beschäftigen, welche Möglichkeiten die Fähigkeit zur Selbstbestimmung des Menschen bietet und wie er seine Aufmerksamkeit auf lange vernachlässigte Aufgaben richten könnte, die jenseits der Erwerbsarbeit liegen oder besser gesagt: diesseits von ihr. Darin müsste es dann um das Bedingungsloses Grundeinkommen gehen, doch der scheint nicht vorgesehen. So bleibt die Dokumentation am entscheidenden Punkt stehen.

Sascha Liebermann

3. Juli 2026

28. April 2026

Ja, nein, vielleicht, aber sicher in zehn Jahren...

...was wird nun wohl "Künstliche Intelligenz" mit sich bringen, welches werden Folgen für den Arbeitsmarkt sein? Diese Diskussion kehrt regelmäßig wieder und ebbt nicht ab. Daran ändert sich auch nichts durch die regelmäßigen Hinweise von sachverständigen Experten, die schon vor Jahren darauf hinwiesen, dass man hierzu keine sichere Aussagen treffen kann (siehe diesen Beitrag und auch hier).

Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hat im vergangenen Jahr eine Szenarioanalyse vorgelegt, in der versucht wurde, Auswirkungen abzuschätzen. Es handelt sich um eine Modellanalyse auf der Basis von Annahmen, die zwar Veränderungen erwartet, die für den Arbeitsmarkt insgesamt jedoch unterschiedlich ausfallen und in der Summe dem Schwund bestimmter Arbeitsplätze der Aufbau anderer entspricht. Ausgeschlossen wird aber auch nicht, dass eine negative Entwicklung folgen könnte, das wiederum hängt von Bedingungen ab.

Das Kiel Institut legte Anfang dieses Jahres eine Studie vor, die zu vergleichbaren Ergebnissen gelangte. Wie die IAB-Studie, so geht auch sie davon aus, dass berufsbezogene Anforderungen sich verändern durch die Nutzung von KI, die "Gesamtbeschäftigung" aber eher stabil bleibe (Interview mit Holger Görg, Forschungsdirektor am Kiel Institut, im Deutschlandfunk zu dieser Studie).

Vergangene Woche hielt ich einen Vortrag und wurde - wie könnte es anders sein - nach den Auswirkungen von KI gefragt, denn die Veranstalter erwarteten starke Auswirkungen und sahen deswegen ein Bedingungsloses Grundeinkommen als wichtige Antwort darauf an. Ich wies darauf hin, wie es auch die Studien tun, dass man darüber nichts Genaues sagen könne und die Nutzung von KI von vielen Dingen abhänge, nicht zuletzt von der Erwünschtheit der Technologie angesichts etwaiger Folgen, die sie haben kann. Betrachtet man die öffentlichen Diskussionen zu Auswirkungen technologischen Wandels auf den Arbeitsmarkt wird deutlich, dass sie seit längerer Zeit schon keineswegs sachlich geführt werden. Die Nutzung von Technologien, die menschliche Arbeitskraft ersetzen könnten, wird mit Befürchtungen verbunden, was denn wohl aus den Menschen werde, wenn es zu wenige Erwerbsarbeitsplätze gäbe (siehe diesen Beitrag zu Äußerungen Karsten Wildbergers). Diese Befürchtung kommt von verschiedenen Seiten und lässt tief blicken, weil damit Erwerbstätigkeit offenbar vorwiegend als Beschäftigungsprogramm verstanden wird, um Menschen eine Aufgabe zu geben. Diese Haltung findet sich bei Unternehmern, bei Gewerkschaftsvertretern, den Kirchen, den Parteien und anderen. Sie entwertet Erwerbstätigkeit als Tätigkeit, deren Zweck ist standardisierte Problemlösungen bereitzustellen, sie deklariert Unternehmen zu Beschäftigungsagenturen um, ganz gleich, ob menschliche Arbeitskraft im konkreten Fall benötigt wird oder nicht. 

Es ist diese Verquickung von Wertschöpfung und Beschäftigungsmaßnahme, die die Frage aufwirft, wie offensiv, wie radikal denn über die Technologienutzung diskutiert werden kann, wie weit zu gehen man bereit ist, wenn stets die Befürchtung lautet, wir bräuchten Erwerbsarbeitsplätze doch der Beschäftigung wegen. Selten vernimmt man Stimmen z. B. von Unternehmern, die herausstellen, dass das Schaffen von Arbeitsplätzen nicht ihre Aufgabe sei. Carsten Maschmeyers Vorschlag eines "Experimentierjahres" ist der zaghafte Versuch, diesbezüglich Freiräume zu gewinnen, im Vergleich zu Götz W. Werners Haltung ist er geradezu ängstlich. Es stellt sich also nicht nur die Frage, welch etwaige Folgen KI denn haben könnte, sondern auch, ob diese Folgen nicht noch gravierender ausfallen könnten, wenn die Bereitschaft dazu bestünde, Technologien radikal zu nutzen.

Ein Bedingungsloses Grundeinkommen schüfe den Boden dafür, solche Diskussionen grundsätzlich zu führen, weil es Erwerbstätigkeit vom Sockel holte und ihren sachlichen Grund ins Zentrum rückte: die Bereitstellung standardisierte Güter und Dienstleistungen. 

Sascha Liebermann

22. April 2026

"Das ist nun wirklich weit hergeholt!"...

...sagt Florian Butollo, Professor für Soziologie an der Goethe-Universität, in einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung auf die Frage, ob uns die Arbeit ausgehe. 

Ralph Bollmann stellt diese Frage im Zusammenhang mit etwaigen Folgen der Nutzung "Künstlicher Intelligenz", ein Zusammenhang, der in der Grundeinkommensdiskussion immer wieder hergestellt wird und auch hier bemüht wird, wenn es heißt, ob denn nun die Zeit für ein BGE gekommen sei. Dagegen lässt sich zwar nichts einwenden, denn ein BGE wäre in der Tat hilfreich auch für Folgen, die aus der Nutzung von Digitaltechnologie herrühren könnten. Doch diese Verknüpfung ist keine notwendige (siehe auch hier), selbst wenn uns indes, wie es häufig heißt, die "Arbeit" nicht ausgeht, gäbe es gute Gründe, ein BGE einzuführen. Es erweitert die Handlungsspielräume, räumt mit dem normativen Vorrang von Erwerbstätigkeit auf und erlaubt es, Dinge vorrangig zu tun, die heute nachrangig getan werden müssen, und zwar der Einkommenserzielung wegen.

Butollo weist die Verknüpfung zurück und stellt heraus, dass das Arbeitsvolumen sich auf einem Rekordniveau befinde (siehe auch hier), Bollmans frage also weit hergeholt sei. Weit hergeholt sei deswegen auch die zuletzt wieder diskutierte Ausweitung der Erwerbsbeteiligung, denn sie sei eben auf einem sehr hohen Niveau. Damit, also mit der Zurückweisung der Verknüpfung von KI und BGE, ist das Thema BGE für beide offenbar erledigt, obwohl sich eine Menge weiterer Fragen dazu hätten stellen lassen. Etliche interessante Aspekte von Wertschöpfungsprozessen, der Alterung, dem Verschwinden alter  und dem Entstehen neuer Berufsprofile werden benannt, doch einiges wird ausgespart, vor allem grundlegende Betrachtungen.

Für den Wertschöpfungsprozess ist z. B. das Arbeitsvolumen nicht die entscheidende Größe, wichtiger ist die Produktivität, man hätte also fragen können, inwiefern unsere in ausgetretenen Pfaden stattfindenden Diskussionen über den Arbeitsmarkt und Beschäftigungspolitik zukunftsweisende Lösungen gerade verhindern. Wenn Erwerbsbeteiligung nicht oder wenig ausgeweitet werden kann, dann müssen die Bedingungen für Erwerbstätigkeit sich verändern, damit produktiver gearbeitet wird, aber wie? Darüber erfährt man nichts, lediglich ein Hinweis gibt Butollo, wenn er von der Sinnhaftigkeit von Erwerbstätigkeit spricht und manche Aufgaben dabei für sinnlos oder Zeitverschwendung hält.

Was wir hingegen nicht wissen, aber darüber sprechen beide nicht, ist, ob unser Umgang mit Automatisierungsmöglichkeiten nicht zu defensiv ist, das Arbeitsvolumen dann hätte doch sinken können, hätten wir die Möglichkeiten radikaler genutzt. Die Messung des Arbeitsvolumens sagt ja nichts über die Gründe dafür, weshalb es auf dem Stand ist, auf dem es ist

Wie komme ich darauf, dass diese Frage wichtig sein könnte?

Lässt man Diskussionen der vergangenen Jahre den Arbeitsmarkt betreffend Revue passieren, fällt schnell auf, welcher Stellenwert der Entstehung bzw. dem Erhalten von Arbeitsplätzen beigemessen wurde. Erwerbsbeteiligung stand lange und steht noch über allem, für manche hängen Selbstbewußtsein, Identität und gar die Emanzipation daran, wenn letztere daran bemessen wird, über individuelles Einkommen zu verfügen. Das genau ist aber die Crux der Debatte, Erwerbsarbeit wird nicht mehr als Moment im Wertschöpfungsprozess verstanden, sondern mit anderen wertschöpfungsfremden Zwecken verbunden, auch illusorischen. Die Identität oder das Selbstbewusstsein einer Person kann sich nur auf destruktive Weise an einem Zweck ausrichten, in dem sie austauschbar, nur ein "Rädchen im Getriebe" ist. Gerade deswegen kann es dazu kommen, dass Erwerbserfolg forciert und als Ersatz für Selbstbewusstsein gesucht wird, ihn aber nicht bieten kann. Sicher, Erfahrungen im Beruf können erfüllend sein, sie fordern aber nicht die Anerkennung der Person als ganzer, sondern nur als Aufgabenbewältiger, die Leistung steht im Zentrum. Arbeitsverträge sind gerade dadurch definiert, dass sich beide Seiten darauf verabschieden können, die Kündigung ist also der Normalfall, auch wenn es für jemanden persönlich dramatisch sein kann. Wer darauf die Anerkennung der ganzen Person stützen will, zieht sich selbst die Stütze weg.

Abschließend fragt Bollmann noch einmal nach:

"[Bollmann] Die Arbeit geht uns also nicht aus?

[Butollo] Sie soll uns auch nicht ausgehen, sie ist ein wichtiger Teil unseres Lebens und unserer Identität. Aber es ist kein Naturgesetz, wie viel gearbeitet werden muss und wofür."

Butollos Antwort hierauf ist aufschlussreich, weil nun nicht mehr analysiert, sondern geurteilt wird. Er betrachtet Erwerbsarbeit normativ, sie soll uns nicht ausgehen, sagt er, warum aber nicht? Wenn es einst möglich sein sollte, dann wäre es so, dann werden sich andere Aufgabe auftun, die nicht automatisiert werden können. Lebenszeit wäre zurückgewonnen für andere Tätigkeiten. Wenn aber unsere Identität damit verbunden ist, müssten immer so viel Arbeitsplätze erhalten werden, damit sie für alle ausreichen. Wiederum würde Beschäftigung der Wertschöpfung vorgezogen und an der illusorischen Überhöhung von Erwerbstätigkeit festgehalten.

Genau diese Vorstellung hat in den letzten Jahrzehnten zu einer weiteren Entwertung bzw. Degradierung von Sorgetätigkeiten jenseits der Erwerbsarbeit geführt. Einst sollten sie sichtbarer werden, um ihre Missachtung im Verhältnis zu Erwerbstätigkeit aufzuheben, heute sind dieselben Tätigkeiten noch weiter an den Rand des Erwerbslebens gedrängt. Zeit für Familie, wie einst ein Familienbericht der Bundesregierung übertitelt war, bleibt immer weniger.

Sascha Liebermann

23. März 2026

"Was tun mit dem Heer der Überflüssigen durch KI, Karsten Wildberger?"

Unter dieser Überschrift wurde am 21. März ein Interview mit Digitalminister Karsten Wildberger in der Neue Osnabrücker Zeitung veröffentlicht, das vielerorts zitiert worden ist. Schon die Überschrift lässt aufhorchen und erinnert an eine Debatte in den Sozialwissenschaften (siehe unsere Blogbeiträge dazu hier), die schon einige Jahre zurückliegt. Damals wie heute erfolgt die Einordnung, Personen als überflüssig zu erklären, vor dem Hintergrund einer vermuteten Entwicklung des Arbeitsmarktes im Zuge der Nutzung von Digitaltechnologie, hier "Künstliche Intelligenz". 

Zwei Deutungslinien stehen sich hier gegenüber, wovon die eine zu einem Aufschrei führt, obwohl dieser vielmehr von der anderen ausgehen müsste. Menschen als Bürger eines Gemeinwesen wie dem unsrigen werden niemals überflüssig, sie sind sein tragendes Fundament, von daher ist jede Sorge diesbezüglich Ausdruck einer Verwirrung und alleine schon die Behauptung, sie würden überflüssig bezeichnend. Um so misslicher ist es, wie wenig dies schon in der früheren Debatte thematisiert wurde - und heute schnell übersehen wird (siehe hier und hier).

Der Aufschrei oder die Sorge richtet sich demgegenüber eher auf die Arbeitswelt - und hier werden die diesbezüglichen Illusionen deutlich. Arbeitsprozesse sind auf die Austauschbarkeit von Personal angelegt, sie leben davon, insofern kann es hier selbstverständlich dazu kommen, überflüssig zu werden. Wenn menschliche Arbeitskraft im weitesten Sinne auf Maschinen sinnvoll übertragbar ist, dann bedeutet dies, Lebenszeit für Dinge zurückzugewinnen, denen sich dann gewidmet werden kann. Das könnte als technologischer Fortschritt, als Wohlstandsgewinn oder ähnlich gedeutet werden, sofern dann die Einkommensfrage anders als heute beantwortet wird. Eine Abkehr vom Primat der Erwerbstätigkeit wäre die Folge, ein Umbau des erwerbszentrierten Sozialstaats notwendig.

Im Interview heißt es an einer Stelle:

"[NOZ] Zur Künstlichen Intelligenz (KI): Etliche Unternehmen sind längst dabei, durch den Einsatz von KI ihren Gewinn zu maximieren und ihre Mitarbeiterzahl zu minimieren. Steuern wir auf ein Heer an Menschen zu, die nicht gebraucht werden?

[Wildberger] Die Künstliche Intelligenz stellt die Gesellschaft vor die Herausforderung, die Sie beschreiben. Das ist so. Und das treibt mich sehr um. Wir müssen nach neuen Antworten suchen. Die Wege der zurückliegenden 30 Jahre führen nicht mehr weiter."

Unwidersprochen bleibt stehen, dass wir auf ein "Heer an Menschen" zusteuern, "die nicht gebraucht werden" - es geht aber um Mitarbeiter, das ist nicht dasselbe. Die "Menschen" werden sehr wohl gebraucht und sind als Bürger das Fundament des Gemeinwesens, die Mitarbeiter als Mitarbeiter aber nicht. Das ist für den Wertschöpfungsprozess standardisierter Güter und Dienstleistungen charakteristisch, zeichnet seine moderne Seite aus.

Auf die zitierte Stelle folgend sagt Wildberger: 

"Wenn die KI den Informatikern, Mathematikern und vielen anderen ihre Jobs wegnimmt, dann brauchen diese Menschen eine andere sinnvolle Betätigung".

Zuerst einmal benötigen sie doch ein Einkommen, das es ihnen erlaubt, sich anders zu orientieren. Was eine "sinnvolle Beschäftigung" für den Einzelnen wäre, kann er nur selbst entscheiden, sie muss keineswegs in der Erwerbstätigkeit liegen. Darüber hinaus kann "sinnvolle Tätigkeit" nicht unabhängig vom Dafürhalten des Einzelnen geschaffen werden. Die Gefahr einer Beschäftigungsmaßnahme, die zu nichts führt, liegt hier auf der Hand. Wildberger scheint das nicht zu sehen, weil er wie häufig selbstverständlich Erwerbstätigkeit und sinnvolle Tätigkeit gleichsetzt. Besonders drastisch wird dies hier:

"[NOZ] Könnten die Gewinne der KI-Profiteure in Deutschland wirklich hoch genug werden, um den Überflüssigen, um es mal drastisch zu formulieren, ein bedingungsloses Grundeinkommen zu finanzieren?

[Wildberger] Ich halte es für möglich, dass dank KI sehr hohe Gewinne erlöst werden können, auch in Deutschland. Und ich bin überzeugt, dass ein bedingungsloses Grundeinkommen ein Teil der Lösung werden kann, um die Umwälzungen am Arbeitsmarkt aufzufangen. Aber ausreichen wird das nicht. Wir Menschen brauchen eine sinnstiftende Tätigkeit. Kaum jemand kann doch nur zu Hause sitzen und Videos schauen, ohne verrückt zu werden."

Frappierend ist, wie wenig Wildberger in der Lage ist, von der Erwerbszentrierung zu abstrahieren. Der Mensch jenseits der Erwerbstätigkeit ist hoffnungslos der Sinnlosigkeit seines Lebens ausgeliefert, gut haben wir die Erwerbstätigkeit, ohne die wir verloren wären. Diese Äußerungen erinnern an die Szenarien, die nicht nur von Unternehmensvorständen, sondern auch Politikern hie und da entworfen wurden in der Vergangenheit, die schon BGE-Bezieher in den Schlangen der Trinkhallen zugrundegehen oder gar dem Konsum des Privatfernsehens hilflos ausgeliefert sahen. Die Herablassung und vor allem Realitätsferne überrascht, wenn man bedenkt, dass doch diesen Menschen immerhin zugetraut wird, mündig mit der Verantwortung in der Demokratie umzugehen. Als gäbe es nicht genügend schon heute zu tun, das getan werden muss und Erwerbstätigkeit erst ermöglicht und auf sie vorbereitet, man denke nur daran, Kinder großzuziehen und für sie da zu sein. Was hier als doch sympathische Befürwortung eines BGE erscheint, kann seine paternalistisch herablassende Seite nicht verdecken.

"[NOZ] Die Decke über den Kopf ziehen hilft nicht?

[Wildberger] Ich kann verstehen, dass viele Menschen Angst haben. Angst um den eigenen Job, Angst um die Zukunft der Kinder und der Gesellschaft … Ich nehme das sehr ernst. Aber die Politik kann Rahmen setzen. Die Bundesregierung hat ihre Innovationsstrategie geschärft. Was die Politik nicht kann: den Menschen die Aufgabe abnehmen, ihr Schicksal auch in die eigene Hand zu nehmen, nach Chancen zu suchen und sie zu nutzen."

Hier wiederum, gegen Ende des Absatzes, setzt Wildberger doch gerade voraus, was er oben in einer Art Versorgungshaltung ausschließt. Wie geht das zusammen? Kann es sein, dass Chancen nur in der Erwerbstätigkeit zu suchen und auch zu finden sind, wenn das nicht gelingt, der Mensch verloren ist?

Sascha Liebermann

30. September 2025

"Wegen KI werden bis zu 70 Prozent aller beruflichen Aufgaben wegfallen"...

...so ist ein Interview mit Peter Kirchschläger, Professor an der Universität Luzern, in Der Bund aus Bern übertitelt, in dem es um Folgen der Nutzung Künstlicher Intelligenz in den kommenden Jahren geht und wie darauf geantwortet werden könnte (ein weiteres Interview hat er News.at gegeben). In früheren Beiträgen hatten wir deutlich gemacht, dass die Einführung eines BGE nicht direkt mit etwaigen Folgen der Digitalisierung zusammenhängt und entsprechend auch eine Begründung, die sich daran bindet, nur eine schwache Begründung für ein BGE ist. Warum? Weil ein BGE dann nur als Reparaturmaßnahme für Defekte des Arbeitsmarktes benutzt würde und entsprechend nicht eingeführt werden müsste, wenn diese sich nicht einstellten. Kirchschläger allerdings schlägt gar kein BGE vor, nur ein Grundeinkommen, so nennt er es. Wie begründet er das?

"Was sollte man stattdessen machen?
[Kirchschläger] Ehrlicher wäre es, anzuerkennen, dass wir das System demokratisch so anzupassen haben, damit in Zukunft alle von der Wertschöpfung durch DS profitieren können.

Wie könnte eine solche Anpassung aussehen?

[Kirschschläger] Fällt die Vollbeschäftigung weg, dann verlieren viele Menschen nicht nur ihr Einkommen. In meinem Buch führe ich 40 Funktionen auf, die eine Arbeitsstelle bietet, darunter Sinn- und Identitätsstiftung oder eine Tagesstruktur. Dem müssen wir Rechnung tragen, zum Beispiel mit meinem Society-, Entrepreneurship-, Research-Time-Modell, kurz Sert."

Offenbar geht er von erheblichen Folgen der KI-Nutzung für den Arbeitsmarkt aus, was zu Arbeitsplatzverlusten führe. Das sei aber nicht das einzige Problem, denn "viele Menschen [verlieren] nicht nur ihr Einkommen". Gewiss, Erwerbstätigkeit kann auch sinnerfüllend und für das Selbstverständnis bedeutsam sein, das würde ich nicht bestreiten. Wenn beides aber nur daran hängen sollte, wäre das eher problematisch. Nach geradezu schwarzer Pädagogik klingt es, wenn er der Auffassung ist, die Tagesstruktur (siehe auch die Äußerung Ralf Dahrendorfs dazu hier) hänge gar davon ab, erwerbstätig zu sein, als seien Menschen nicht grundsätzlich in der Lage, sich diese Struktur selbst zu geben. Wer dazu nicht in der Lage ist, hätte Beratungsbedarf, davon jedoch allgemein auszugehen, kommt einer Entmündigung gleich. Was eröffnet nun das von ihm hier eingeführte Modell Sert?

"Was sieht dieses Modell vor?

[Kirchschläger] Einerseits würden alle Menschen, die wegen DS keinen Job mehr haben, ein Grundeinkommen erhalten. Dieses wäre so hoch, dass es nicht nur zum Überleben reicht, sondern auch ein menschenwürdiges Leben ermöglicht. Dafür müssten die Menschen Gesellschaftszeit leisten und einer gesellschaftlich wichtigen Aufgabe nachgehen. Diese könnten sie frei wählen, zum Beispiel geflüchteten Menschen oder Bergbauern helfen. Das Vorbild dafür ist der Schweizer Zivildienst. Gleichzeitig setzt Sert Anreize für Innovation, Forschung und Unternehmertum. Denn wer sich in diesen Bereichen engagiert, würde von der Gesellschaftszeit befreit. Die Jobs, die man nicht durch DS ersetzen kann, müsste man über hohe Löhne attraktiv machen."

Sein Grundeinkommen soll offenbar nur für diejenigen da sein, die ihren "Job" verlieren, dann wäre es ein Grundeinkommen für erwerbslos gewordene oder vielleicht doch für alle, die erwerbslos sind? Das ist hier nicht deutlich, läge aber nahe, es sei denn, er würde den Anspruch daran binden, dass sie einmal mindestens erwerbstätig waren. Das Grundeinkommen wäre dann eines, das sich aus der Erwerbsbeteiligung ableiten würden - und was erhielten die anderen? Wenn eine Bedingung für den Bezug des Grundeinkommens ist, "Gesellschaftszeit" zu leisten, müsste das Grundeinkommen wiederum für alle zugänglich sein. Neu ist diese Idee nicht, denn Anthony Atkinson schlug schon vor beinahe 30 Jahren ein "participation income" vor, dass eben genau an gesellschaftliches Engagement gebunden ist. Dass auch Kirchschlägers Vorschlag eine Angemessenheitsprüfung verlangt, liegt auf der Hand, denn ob ein solches Engagement vorliegt oder nicht, muss zuerst ermittelt oder zuvor definiert worden sein. Es bedarf auch einer Überprüfung, ob dieses Engagement noch erbracht wird, also erfordert es eine Sozialverwaltung mit Aufsichtsrechten. Auffällig ist, wie selbstverständlich Haushaltstätigkeiten nicht unter ein solches Engagement fallen, sie bleiben in Kirchschlägers Modell etwas Zweitrangiges, zumindest im Interview. 

Auch die andere Seite, die angereizt werden soll - Innovation, Forschung und Unternehmertum - müssten erst ermittelt werden. Wo beginnt denn Forschung, was zählt als Innovation und was als Unternehmertum? Woran misst man das? Dass Kirchschläger nun gerade solche Beispiele wählt, ist erstaunlich, leben diese Bereiche doch ganz besonders von der von keinem "Anreiz" abhängigen starken Eigenmotivation der Personen. Geht es ihm nur um bessere Entfaltungsmöglichkeiten oder um Förderung solcher Tätigkeiten? Dann hätte er von Entfaltung und Förderung sprechen können, "Anreize" hingegen beziehen ihre Bedeutung von einem vereinfachten Reiz-Reaktions-Modell des Handelns, genau so werden sie in den Mikrosimulationsmodellen zum BGE auch eingesetzt. 

Sascha Liebermann

16. Januar 2023

KI, Digitalisierung und Bedingungsloses Grundeinkommen haben nur mittelbar miteinander zu tun,...

...auch wenn ihre etwaigen Folgen für die Arbeitswelt immer wieder als vermeintlich gute Begründung für die Einführung eines BGE genannt, geradezu als Notwendigkeit beschworen werden. Es handelt sich aber um eine Verkürzung und sogar Verkehrung, denn es mag zwar so kommen können, dass ein BGE die probate Antwort ist, es ist aber nicht von der Entwicklung des Arbeitsmarktes abhängig, es ist davon unabhängig, obwohl nun gerade angesichts des demographischen Entwicklung wieder seine Abwegigkeit in den Raum gestellt wird (siehe hier und hier). Ein BGE bedarf nur einer Bezugnahme, der auf die bestehende demokratische Ordnung.

Sascha Liebermann

29. Januar 2020

"Warum KI die Arbeit nicht abschaffen wird" - die Erwartung ist aber ohnehin abwegig

Zu diesem Thema schreibt Andrea Komlosy auf Project Syndicate. Darin findet sich folgende treffende Beschreibung:

"Unsere derzeitige enge Definition von Arbeit geht auf das Ende des neunzehnten Jahrhunderts zurück, als die zunehmende Dynamik der Großindustrie zu einer weitgehenden Trennung von Arbeitsplatz und Haushalt führte. In industriellen Kernregionen wurde Arbeit auf die Erwerbsarbeit außerhalb des Hauses reduziert, während Hausarbeit, Subsistenzlandwirtschaft und der nachbarschaftliche Tauschhandel plötzlich nicht mehr als Wert in die Berechnungen einflossen. Diese unbezahlten Tätigkeiten verschwanden weder aus der Peripherie noch aus dem Zentrum der Weltwirtschaft, wurden aber nicht zur Arbeitswelt gezählt. Kein Lohn bedeutete keine Anerkennung, keine statistische Erfassung und keinen Zugang zu öffentlichen Leistungen."

Die Kritik daran, welche Indikatoren für die Erfassung der Wertschöpfung verwendet werden, hier besonders die Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung, hat schon eine gewisse Tradition. Es läge nahe, den Wert unbezahlter Arbeit in die Erfassung hineinzunehmen, das ist aber nicht nur methodisch problematisch, es suggeriert auch, dass beides vergleichbar sei. Das ist es aber nicht, wenn noch die Besonderheit der Beziehungen in Betracht gezogen wird, die für unbezahlte Arbeit bestimmend sind.

Etwas missverständlich ist folgende Passage:
"Die Lohnbeziehungen wurden zwar erweitert, doch in weiten Teilen der Entwicklungsländer reichten die Löhne nicht aus, um eine Familie zu ernähren, so dass Arbeit im Haushalt und Subsistenzwirtschaft einen Ausgleich schaffen mussten. Und ab den 1980er-Jahren kehrte unbezahlte Arbeit auch in die entwickelten Volkswirtschaften zurück."

Was ist hier gemeint? Denn unbezahlte Arbeit war nie verschwunden, allenfalls wurde sie verlagert oder - wie die Autorin selbst schreibt - nicht bedacht, für nachrangig erklärt, wenn nicht gar ignoriert. Und wer kann sich schon Haushaltshilfen leisten oder möchte sie in Anspruch nehmen? In Deutschland zumindest ist das kein Breitenphänomen, in anderen Ländern, in denen es diesbezüglich eine gewisse Tradition gibt, sicher verbreiteter. Ohnehin ist der Umfang unbezahlter Arbeit nicht durch Messungen zu erfassen, die entscheidende Differenz liegt im Beziehungsgefüge - siehe oben -, das diese Tätigkeiten auszeichnet.

Diese Erklärung hier scheint etwas einfach:

"Im Zuge der voranschreitenden Digitalisierung und Globalisierung der Warenketten führten die Arbeitgeber immer flexiblere Arbeitsverträge ein und drängten immer mehr Beschäftigte dazu, prekäre Beschäftigungsbedingungen zu akzeptieren."

Das war nicht einfach eine Laune, sondern Ausdruck dafür, diese Entwicklung in bestimmter Weise zu deuten - und zwar aus Sicht der Interessen des Unternehmens, bei aller Kurzsichtigkeit, die darin eine Rolle spielte. Die "Beschäftigten", erscheinen hier schlicht als Opfer, nicht aber als diejenigen, die en gros diese Entwicklung auch hingenommen oder sogar selbst noch begrüßt haben. "Prekär" müssten solche Arbeitsverhältnisse nicht sein, wenn der Einzelne Verhandlungsmacht hätte und zwar grundsätzlich, nicht in Abhängigkeit von der Lage am Arbeitsmarkt. Leiharbeit würde einen anderen Charakter erhalten, es könnte zur Selbstverständlichkeit werden, dass Leiharbeiter besser bezahlt werden müsste als Festangestellte, weil sie ein größeres Risiko tragen.

Am Ende wird es doch recht blass, was die Autorin aus ihren interessanten Beobachtungen schlussfolgert:

"Ein solches Szenario ist nur aufmunternd, wenn es uns gelingt, neue Wege zu finden, um bezahlte und unbezahlte Arbeit gerecht auf alle Bürger zu verteilen. Andernfalls laufen wir Gefahr, letztendlich in einer gespaltenen Gesellschaft zu leben. Wohlhabende Workaholics hätten finanziell lohnende, aber belastende Jobs, während Arbeitslose gezwungen wären, sich auf Subsistenzstrategien zu verlegen, um ihr Grundeinkommen oder ihre Armenfürsorge aufzubessern."

Hier wird offenkundig, dass sie dem Einzelnen doch wenig zutraut, vielleicht ist dies der Grund dafür, weshalb sie den Zugewinn an Verhandlungsmacht durch ein Bedingungsloses Grundeinkommen nicht thematisiert. Ein BGE lässt auf einfache Weise Zusammenschlüsse zur Vertretung von Interessen zu. Aber auch für Lebensgemeinschaften bzw. Familien wäre der Freiheits- und Machtgewinn durch ein gesichertes (kumuliertes) Haushaltseinkommen enorm. So ließe sich anders über die Frage nachdenken und reden, wie mit der Fürsorge für andere umgegangen wird. denn eines darf angesichts der ungleichen Verteilung von Fürsorgetätigkeiten nicht vergessen werden, ein wesentlicher Grund ist das Erwerbsgebot, ohne dessen Befolgung ein Haushalt kein legitimes dauerhaftes Einkommen erzielen kann.

Siehe auch diesen früheren Kommentar zu einem Interview von Andrea Komlosy.

Sascha Liebermann

23. Mai 2019

"Crowdwork: Menschen trainieren Algorithmen – für ein bis zwei Euro die Stunde"...

...und ein interessanter Einblick darein, wie abhängig Künstliche Intelligenz davon ist, "richtig" gefüttert zu werden. Hier geht es zum Beitrag auf Böckler Impuls.

18. April 2019

" Faktencheck-Algorithmus YouTube verwechselt Brand von Notre-Dame mit dem 11. September "...

...so leistungsfähig scheinen Algorithmen schon zu sein, von denen viele große Umwälzungen erwarten, siehe den Beitrag auf Spiegel Online.

21. Januar 2019

"Neue Arbeitswelten durch KI: Wie sich Arbeit in den nächsten Jahren verändert"...

...ein Beitrag von Momcilo Nikolic in der brutkasten.

Siehe auch "Lebenslanges Lernen. Untiefen eines prominenten Schlagworts" von Sascha Liebermann.

8. Oktober 2018

17. September 2018

"Die Linke hat kein Konzept für die digitale Zukunft"...

...ein Interview mit Stephan Dörner, Online-Chefredakteur des Digitalmagazins t3n. Am Ende wird Dörner dann nach dem Bedingungslosen Grundeinkommen gefragt, das er zu Beginn schon erwähnte:

"Ist das Bedingungslose Grundeinkommen (BGE) eine Lösung?
Noch nie gab es so viel Wohlstand und Wertschöpfung. Trotzdem sind viele Menschen unglücklich, weil sie von der wirtschaftlichen Entwicklung abgekoppelt sind. Sie arbeiten häufig in Niedriglohnjobs oder unter prekären Bedingungen. Im Kern muss stehen, einen Weg zu finden, dass wieder ein Großteil der Menschen vom gesamtgesellschaftlichen Fortschritt profitiert – das Bedingungslose Grundeinkommen kann ein Weg dahin sein. Es hat Vor- und Nachteile gegenüber anderen Modellen wie der negativen Einkommenssteuer."

Dörner hatte sich andernorts schon wiederholt durchaus befürwortend zum BGE geäußert.

10. November 2016

Barack Obama über Künstliche Intelligenz und Bedingungsloses Grundeinkommen

Auch wenn sein Nachfolger das anders sehen mag, so hat Barack Obama in einem Interview doch – vorsichtig und treffend – die Einschätzung abgegeben, dass auch die USA in den nächsten zehn bis zwanzig Jahren nicht um die Debatte um ein Bedinungsloses Grundeinkommen herum kommen, wenn anders menschliche Kreativität und Fürsorge angesichts der Automatisierung routinisierbarer Tätigkeiten erhalten bleiben sollen und überflüssige werdende Arbeit nicht zur – nicht nur ökonomischen – Abwertung der Menschen, die sie bisher ausübten, führen soll. Sein Fehler war, dass er das nicht offensiv vertreten und als Auftrag an seine gewünschte Nachfolgerin weitergereicht hat…  
Thomas Loer

23. September 2016

"Wir dürfen nicht in Angststarre verfallen"...

...ein Interview mit Bundesministerin Andrea Nahles über Digitalisierung, gute Arbeit und das Bedingungslose Grundeinkommen. Mehrfach wird sie auf ihre ablehnende Haltung zum BGE angesprochen. Da die Interviewerin es jedoch nur in Verbindung mit den Folgen der Digitalisierung einführt, reagiert entsprechend Andrea Nahles damit, die Entwicklung anders einzuschätzen. Diese Entgegnungen stehen auf schwachen Füßen, die Engführung von BGE und Digitalisierung aber ebenso, wenn immer auf Studien hingewiesen wird, die eine dramatische Entwicklung erwarten lassen. Das BGE bedarf dieser Verknüpfung nicht, um relevant zu sein, gleichwohl wären wir damit gut vorbereitet, welche Auswirkungen die Digitalisierung auch immer haben wird.

Sascha Liebermann

14. September 2016

"Der Roboter putzt, der Mensch lebt vom Grundeinkommen"...

...ist ein Artikel über den Stand der Forschung zu und die Nutzung von Künstlicher Intelligenz übertitelt, der bei Spiegel Online erschienen ist. Er geht auf einen Bericht der Stanford-University zurück, der hier eingesehen werden kann.

Der Artikel schließt mit folgenden Worten: "Ob die Prognosen der Forscher eintreten werden, ist natürlich unklar. So wie kaum jemand das Internet vor dessen Entstehung vorhergesagt hat, so kann es auch im Bereich KI passieren, dass sich die Technik und die Gesellschaft anders entwickeln wird, als derzeit gedacht. Das wissen die Forscher natürlich selbst, in fünf Jahren wollen sie deshalb einen neuen Bericht mit dem aktuellen Stand der KI veröffentlichen."