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9. November 2020

New York Times on "Mein Grundeinkommen"

16. Januar 2020

"What government secret is Andrew Yang most excited to learn?"


26. November 2019

"Democrats, Avoid the Robot Rabbit Hole...

...The automation obsession is an escapist fantasy", schrieb Paul Krugman in der New York Times. Seine Ausführungen sind differenziert, er kritisiert die Fokussierung Andrew Yangs auf "technologische Arbeitslosigkeit" - wobei Yang erheblich breiter für seine "Freedom Dividend" argumentiert. Krugmans Gegenvorschlag ist ein ganz sozialdemokratischer: mehr öffentliche Investitionen, es gebe genug Arbeit in den USA. Das hat nur einen Haken, denn weder wird so der Vorrang von Erwerbstätigkeit aufgegeben, noch unbezahlte Arbeit aufgewertet, die von öffentlichen Investitionen nichts hätte. Sie bliebe nachrangig. Krugmans Hinweis darauf, dass die Entwicklung der Produktivität in den letzten zehn Jahren nicht auf eine "Disruption" und massenhafte Substitution menschlicher Arbeitskraft durch Maschinen hinweist, ist hilfreich, zugleich aber in der Diagnose kurzsichtig. Was genau die Digitalisierung bringen wird, weiß niemand und weshalb die Produktivitätsraten nicht so stark steigen, könnte auch etwas mit der Entwertung von Leistung zu tun haben, wenn jeder Arbeitsplatz für wertvoll gehalten wir, ganz gleich, ob er benötigt wird oder nicht.

Sascha Liebermann

23. Oktober 2019

"Yang vs. Warren: Who Has the Better Tax Plan?" - N. Gregory Mankiw about the Freedom Dividend...

...published by The New York Times. Siehe auch frühere Beiträge mit Kommentaren zu Ausführungen von Mankiw hier.

26. August 2019

25. Februar 2019

18. September 2018

"Americans Want to Believe Jobs Are the Solution to Poverty. They’re Not"...

...ein Feature von Matthew Desmond in der New York Times über ein geläufiges Vorurteil. In einer Passage geht es um das "universal basic income":

"Because liberals have allowed conservatives to set the terms of the poverty debate, they find themselves arguing about radical solutions that imagine either a fully employed nation (like a jobs guarantee) or a postwork society (like a universal basic income). Neither plan has the faintest hope of being actually implemented nationwide anytime soon, which means neither is any good to Vanessa and millions like her. When so much attention is spent on far-off, utopian solutions, we neglect the importance of the poverty fixes we already have."

Am Ende seines Beitrags kommt Desmond darauf zu sprechen, was er für wichtig und richtig erachtet:

"We need a new language for talking about poverty. “Nobody who works should be poor,” we say. That’s not good enough. Nobody in America should be poor, period. No single mother struggling to raise children on her own; no formerly incarcerated man who has served his time; no young heroin user struggling with addiction and pain; no retired bus driver whose pension was squandered; nobody. And if we respect hard work, then we should reward it, instead of deploying this value to shame the poor and justify our unconscionable and growing inequality. “I’ve worked hard to get where I am,” you might say. Well, sure. But Vanessa has worked hard to get where she is, too."

Würde durch Arbeit ist also sein Ziel, doch weshalb dann ein "universal basic income" ausschließen? Es mag aus amerikanischer Sicht weit entfernt sein, weil der Sozialstaat es ohnehin schwer hat in den USA. Doch warum nicht: Würde als Voraussetzung dafür, ein politisches Gemweisen von Bürgern sein zu können? Anerkennung dieser Würde durch die Gemeinschaft, in dem ein BGE bereitgestellt wird. Erst dann kann das Stigma, das Erwerbslosigkeit heute bedeutet, aufgehoben werden, denn es ist struktureller Art.

Sascha Liebermann

23. August 2018

Annie Lowrey über ihr Buch "Give People Money"



Siehe auch hier. Enno Schmidt wies darauf hin, dass Annie Lowrey im Jahr 2013 den ersten Artikel für die New York Times über die Eidgenössische Volksinitiatve geschrieben hat, nachdem die Aktion vor dem Schweizer Bundeshaus stattgefunden hatte.

11. Juli 2018

14. Juni 2018

4. Juni 2018

"Free Cash to Fight Income Inequality?...

...California City Is First in U.S. to Try" titelt die New York Times mit einem Beitrag von Peter S. Goodman. Siehe auch einen Beitrag vom Januar von uns dazu hier.









4. Januar 2018

"The Robots Are Coming, and Sweden Is Fine"...

...ein Beitrag in der New York Times. Siehe auch "CANADA: Deloitte future jobs report recommends basic income" auf der Seite der Basic Income News.

20. November 2017

24. Juli 2017

1. März 2017

"The Future of Not Working" - Grundeinkommen in Kenia

...ein Beitrag über das Grundeinkommensprojekt in Kenia im New York Times Magazine. Siehe Kommentare von Sascha Liebermann zu diesem Projekt

20. Dezember 2016

"Basic Income Experiment 2017-2018" - die finnische Sozialversicherungsanstalt Kela informiert...

..."The amount of the basic income remains the same throughout the experiment, and it is not reduced by any other income the participant may have. Participants who find work during the experiment continue to be paid a basic income. An amount equal to the basic income is deducted from certain social security benefits paid to participants."

Hier geht es zur Website von Kela.

Siehe  "Free Cash in Finnland. Must Be Jobless" (New York Times) und "Warum Finnland ein bedingungsloses Grundeinkommen einführt" (bento)

Siehe Sascha Liebermanns Kommentare zu Feldexperimenten

1. Juni 2016

16. März 2016

"Das Silicon-Valley fordert ein Grundeinkommen - gut so!"

So ist ein Beitrag von Evgeny Morozov überschrieben, der in der Süddeutschen Zeitung erschien und sich damit beschäftigt, was wohl die Stimmen aus dem Silicon-Valley, die sich für das Bedingungslose Grundeinkommen aussprechen, zu besagen haben. Im englischen Original klingt der Titel allerdings ziemlich anders.

Morozov fragt sich, woher wohl die Begeisterung für das BGE komme, wenn dieselben Leute sonst eher die Ineffizienz des Sozialstaats beklagen. Das kann man allerdings auch tun, ohne marktwirtschaftlich zu argumentieren, wenn man schlicht die Frage stellt, ob der Sozialstaat heutigen Zuschnitt leisten kann, was er leisten sollte. Er schreibt z. B.:

"Das Grundeinkommen würde Tech-Firmen ein progressives, soziales Image geben, während sie den Weg frei machen zu weiteren Expansionen. Weg mit all den sozialstaatlichen Institutionen oder Gesetzen, die Arbeiterrechte garantieren! Schluss mit all dem Hinterfragen des Status quo, wem die Daten gehören oder die Infrastruktur, die diese Daten produziert."

Dass manche diese Hoffnung haben, die Arbeitnehmerrechte könnten so beschnitten werden, leuchtet ein. Allerdings wird durch ein ausreichend hohes Grundeinkommen die Verhandlungsmacht etwaiger Mitarbeiter viel größer. Wohin sich das BGE entwickelt, hängt nicht vom Silicon Valley ab, sondern davon, was die Bürger haben wollen und für richtig halten.

Weiter schreibt Morozov:

"Der wahre Grund für dieses Engagement ist raffinierter: Sollten die Valley-Bosse scheitern bei dem Versuch, die Debatte um das Grundeinkommen selbst argumentativ abzustecken, könnten die Leute am Ende rausbekommen, dass das eigentliche Haupthindernis für die Umsetzung dieser radikalen Idee das Silicon Valley selber ist."

Was meint er damit?

"Man vermeidet dadurch [durch das BGE laut Carlo Vercellone, Andrea Fumagalli und Stefano Lucarellis Theorie des kognitiven Kapitalismus, SL] strukturelle Instabilität - die unter anderem durch die steigende Prekarität der Arbeit und die stetig wachsende Einkommensungleichheit entsteht - und verbessert die Zirkulation von Ideen und deren innovativem Potenzial. Warum ist das so? Erstens kann man so alle für die Leistung entschädigen, die sie erbringen, während sie gar nicht im engeren Sinne arbeiten, eine Leistung, die im kognitiven Kapitalismus oft viel größeren Wert erzeugt als bezahlte Arbeit. Denken Sie an all die Uber-Fahrer, die nützliche Daten produzieren, was Uber dabei hilft, die Fahrzeugflotte immer noch genauer übers Stadtgebiet zu verteilen."

Die Konzerne wollen also die Daten haben, die erzeugt werden und brauchen zugleich eine volkswirtschaftliche Stabilität durch Einkommenssicherung. Soweit, so gut.

"Zweitens: Viele Arbeit wird heute kollektiv geleistet - aber wissen Sie, wie Ihre individuelle Suche Google dabei hilft, Ihren Suchindex zu verbessern? Es ist meistens unmöglich, genau zu sagen, wie viel ein Einzelner zum endgültigen Produkt beigetragen hat. Ein Grundeinkommen trägt der Tatsache Rechnung, dass kognitive Arbeit oft im Kollektiv erbracht wird."

Auch an dieser Überlegung ist wenig Erstaunliches, denn die Vorstellung, dass Leistung sich zurechnen lasse, war schon immer eine Illusion, weil Leistung immer auf verschiedenen Voraussetzungen ruht, die sie selbst nicht geschaffen hat: kulturelle Wissensbestände (Werkzeugerstellung und -gebrauch, Arbeitsabläufe, Rechtsverhältnisse usw.), sozialisatorische Entwicklung in Abhängigkeit vom familialen Milieu, in dem jemand aufwächst, seine Ausgangsbedingungen also usw. "Kognitive Arbeit" ist davon nur die neuere Form und nur ein Ausschnitt davon.

"Zuletzt wird so garantiert, dass einige Produktivitätszugewinne, die Folge neuer Techniken und weiterer Rationalisierungsprozesse sind und die früher durch Mechanismen wie die Lohnindexierung weitergereicht wurden, immer noch weiterverteilt werden können, obwohl ja Tarifverhandlungen und andere Arbeiterrechte geschwächt wurden. Das könnte wiederum zu höheren Investitionen und Profiten führen, wovon auch wieder alle profitieren."

Die Schwächung nach altem Maßstab ist zugleich eine Stärkung nach neuem, das schreibt er im letzten Satz ja selbst, wenn dann "wieder alle profitieren".

"Die Ausführungen der Vertreter des kognitiven Kapitalismus für ein Grundeinkommen sind komplexer als meine grobe Zusammenfassung. Aber sie beinhalten zwei weitere Grundbedingungen: Der Wohlfahrtsstaat muss, in einer reformierten Form, überleben und sogar gestärkt werden - er ist eine der sozialen Schlüsselinstitutionen. Ein funktionierendes Gesundheits- und Bildungswesen geben uns erst die Freiheit, überhaupt kreativ zu sein."

Ja.

"Zweitens braucht es eine fundamentale Steuerreform, um das Grundeinkommen zu finanzieren: Dafür müssen nicht nur finanzielle Transaktionen besteuert werden, sondern auch Instrumente wie Patente, eingetragene Warenzeichen und die Rechte an kollektiven Daten, Instrumente also, welche die optimale gesellschaftliche Nutzung von Wissen verhindern.

Diese radikale Interpretation des Grundeinkommens zeigt, dass das Silicon Valley nicht dessen wichtigster Fürsprecher, sondern dessen größter Feind ist. Die dort angesiedelten Firmen zahlen so wenig Steuern wie nur irgend möglich. Sie finden immer neue Wege, um den Nutzern ihre Daten abzuluchsen. Sie wollen den Wohlfahrtsstaat zerstören. Außerdem kolonisieren sie jedwede neue Spielart der sogenannten Sharing Economy und machen sie so doch wieder nur zu einer Ware."

Von wem aber hängt es ab, dass diese Entwicklung, wie Morozov prognostiziert, auch eintritt?

"Man kann entweder für eine radikale Form des Grundeinkommens plädieren, bei der den Menschen frei steht, in welcher Form sie mitmachen wollen, da sie nicht mehr gezwungen wären zu arbeiten. Oder man kann den Plattformkapitalismus wollen, der jeden in einen prekären Unternehmer verwandeln möchte. Aber man kann nicht beides auf einmal haben."

In der Tat ist das ein Unterschied, doch entscheidet nicht das Silicon Valley darüber, welche Gestalt das BGE annimmt, es sei denn, die politischen Gemeinschaften würden es ihm einfach überlassen. Das käme einer Selbstaufgabe gleich.

"Es wäre ein Leichtes für das Silicon Valley, die ersten Schritte in Richtung Grundeinkommen zu machen: Warum sollten wir, die Nutzer, nicht Besitzer unserer eigenen Daten werden? Das könnte uns auf jeden Fall schon mal dabei helfen, alternative, nicht-kommerzielle Anwendungen für sie zu finden. Wenn man es weiterdenkt, wäre ein Mechanismus möglich, durch den Städte, Verwaltungen und sogar Staaten, die momentan keine Chance haben, an all die Daten zu kommen, welche die großen Firmen horten, ihre Bürger für die Bereitstellung ihrer Daten durch eine Art Grundeinkommen entschädigen könnten, sei es nun direkt mit Geld oder indirekt durch die kostenlose Benutzung irgendwelcher Infrastrukturen wie des Nahverkehrs."

Hier verkehrt Morozov nun selbst, worum es beim BGE geht. Es soll gerade keine Entschädigung für etwas sein, dass zuvor geleistet oder erlitten werden musste, auch nicht für die Bereitstellung von Daten, was letztlich das BGE wieder einer Bezahlung gleichstellt. Das BGE richtet sich ja an die Person um ihrer und des Gemeinwesens um seiner selbst willen.

"Das aber wird nicht geschehen, weil Daten der Trumpf sind, der das Silicon Valley unzerstörbar macht, und das wissen sie. Was wir stattdessen bekommen, ist das hohle Propagieren einer Agenda, die sie gleichzeitig mit aller Macht bekämpfen. Unsere Technik-Elite will uns glauben machen, dass die Regierungen genug Geld dafür aufbringen können. Aber wer wird am Ende dafür zahlen? Ganz bestimmt nicht die radikalen Valley-Mogule. Die ziehen es vor, ihr Geld offshore zu parken."

Das klingt stark danach, sich selbst für ohnmächtig zu erklären, um dann auch ohnmächtig zu sein, eine Selbstentmündigung auf Umwegen. Wenn ein Gemeinwesen das zulässt, was Morozov prophezeit, muss es dafür auch die Verantwortung tragen.

Sascha Liebermann

P.S.: Siehe auch zwei Artikel zum BGE in der New York Times "A Plan in Case Robots Take the Jobs: Give Everyone a Paycheck" und "A Future Without Jobs? Two Views of the Changing Work Force".

12. Januar 2016

Tagesspiegel und New York Times über das Grundeinkommen

Im Tagesspiegel steht der Beitrag unter der Überschrift "Die Menschen von der Arbeit befreien", in der New York Times Sunday Review unter dem Titel "It's Payback-Time for Women". Sie hebt die Bedeutung des BGE für Frauen, aber auch im Allgemeinen heraus, wobei missverständlicherweise davon gesprochen wird, das BGE sei "a way to reimburse mothers and other caregivers for the heavy lifting they now do free of charge". Das BGE stellt indes keine Bezahlung oder Entschädigung dar, es handelt sich vielmehr um eine Ermöglichungspauschale, die es erlaubt, Dinge tun zu können, ohne dafür einen Marktpreis erzielen zu sollen.

12. Dezember 2013