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3. Juli 2024

"Auf dem Weg in die Tätigkeitsgesellschaft: Fünf Handlungsfelder"...

...so ist der abschließende, von Jutta Allmendinger verantwortete Abschnitt in einer Stellungnahme der Leopoldina zur "Die Zukunft der Arbeit" überschrieben.

In dem gesamten Text kommt der Begriff Grundeinkommen nicht vor, das gibt schon einen Vorblick darauf, wie denn der Weg zur Tätigkeitsgesellschaft geebnet wird. Außerordentlich viel wird über Sorgetätigkeiten gesprochen, ihre Anerkennung, die so wichtig sei, ihre finanzielle Berücksichtung usw. Entsprechend heißt es auf S. 98: 

"Im 21. Jahrhundert ist es zeitgemäß und notwendig, Arbeit nicht länger auf Erwerbsarbeit zu verengen und nicht-vermarktlichte Tätigkeiten ebenfalls als Arbeit anzuerkennen". 

Darüber hinaus müsse der Arbeitsbegriff weiter gefasst werden, es gehe um ein "ganzheitliches Bild" der Arbeit. Ja, sicher, wer hätte dagegen etwas einzuwenden und wie oft ist das schon geschrieben oder gefordert worden. Die entscheidende Frage ist aber, wie das geschehen kann, ohne die normative Abwertung, die Sorgetätigkeiten im Haushalt heute erfahren, beizubehalten? Was also sind die Lösungsvorschläge dafür?

"Die frühkindliche Bildung muss ausgebaut werden. Je früher Bildungsmaßnahmen im Lebensverlauf ansetzen, umso größer ist der zu erwartende Ertrag, gemessen an der Höhe der erzielten Leistungen und dem Abbau von Ungleichheiten." (S. 100)

Also nicht mehr "Zeit für Familie", wie einst der Achte Familienbericht übertitelt war, der genau das Gegenteil vorschlug, sondern weniger, ganz wie es in den Familienberichten der vergangenen Jahre stets mit dem Ruf nach Ganztagsbetreuung der Fall war. Man kann sie anbieten, die Frühbetreuung, aber solange der normative Vorrang von Erwerbstätigkeit bestehen bleibt, wird der Ausbau Familien nicht darin stärken, sich mehr Zeit zu nehmen, weil ihnen signalisiert wird, dass Erwerbstätigkeit der wichtigere Beitrag ist. Noch früher anfangen angesichts dieser Betreuungsquoten?

In folgender Passage wird erkennbar, worum es geht:

"In Zukunft auszuarbeiten wären außerdem Maßnahmen wie eine Familienarbeitszeit, Lohnersatzleistungen für bestimmte Sorge- und Unterstützungstätigkeiten und deren rentenrechtliche Anerkennung sowie flexible Arbeitsmodelle, die es unter anderem älteren Frauen erleichtern, eine längere Erwerbsarbeit und familiale Sorgearbeit miteinander zu vereinbaren."(S. 101)

Doch alle Vorschläge bleiben an den Vorrang von Erwerbstätigkeit gebunden, sonst wären die entsprechenden Leistungen keine "Lohnersatzleistungen.

Siehe unsere früheren Beiträge zu Ausführungen Jutta Allmendingers hier. Zum Schlagwort der Vereinbarkeit siehe hier.

Sascha Liebermann

9. August 2023

"Vollzeitarbeit ist keine Lösung"...

...so ist ein Beitrag Jutta Allmendingers auf Zeit Online (Bezahlschranke) übertitelt. Das lässt aufhorchen angesichts dessen, dass noch immer in der Vollzeiterwerbstätigkeit das Ziel der Arbeitsmarktpolitik gesehen wird. Da diese Ausrichtung das Gegenteil von Familienpolitik ist, es sei denn, man versteht darunter eine Politik für Familien ohne diese, ist die Frage, welche Vorschläge von dieser Ausrichtung wegführen könnten. Einige Passagen seien hier kommentiert:

"Das [die funktionale Aufteilung von Erwerbs- und Sorgetätigkeit zwischen Ehemann und -frau, SL] entsprach den damaligen Normen: Die gesamte im Paarhaushalt anfallende Arbeit, unbezahlte Erziehungs-, Pflege- und Hausarbeit und bezahlte Erwerbsarbeit wurden funktional getrennt, die bezahlte Erwerbsarbeit dem Mann, die unbezahlte Sorgearbeit der Frau zugerechnet, entsprechend ihrer "Bestimmung" und Ausbildung."

Was Jutta Allmendinger hier beschreibt, entspricht zwar den normativen Vorstellungen der damaligen Zeit, gleichwohl sollte dies nicht darüber hinwegtäuschen, wie hoch die Frauenerwerbsquote schon war, nämlich knapp unter 50% (Grafik zur Erwerbstätigenquote seit 1960, siehe auch hier). Sicher ging es dabei vorrangig um "Zuverdiensttätigkeiten", wie Teilzeiterwerbstätigkeit damals auch genannt wurde, die Quoten ab 1960 zeigen aber, welche Stellung Erwerbstätigkeit damals schon hatte. Nicht erwerbstätig sein zu müssen, bedeutete, es nicht nötig zu haben und konnte als Freiheits- bzw. Wohlstandsgewinn betrachtet werden - heute würde das unter dem Stichwort Zeitsouveränität diskutiert. In der Rückschau werden die damaligen Zeiten schnell als "traditional" eingeordnet, so wie heute von "Retraditionalisierung" die Rede ist, wenn es Frauen auf Erwerbstätigkeit für eine gewisse Zeit verzichten oder sie stark einschränken. Dabei ist es nicht dasselbe, und zwar normativ, ob sich jemand dafür entscheidet, zuhause zu sein, weil er es für richtig und wichtig erachtet oder ob er die Aufgabe übernimmt, weil es normativ erwartet wird. Insofern geht der Begriff "Retraditionaliserung" an der Sache vorbei.

Zurecht hebt Allmendinger an einer späteren Stelle hervor, dass zu dieser Zeit auch durch staatliche Leistungen Sorgetätigkeit immerhin noch als wichtig anerkannt war, während sie heutige in die Randzeiten der Erwerbstätigkeit gedrängt wird.

"Mittlerweile besteht die Modellfamilie in fast allen Parteipositionen, mit Ausnahme der AfD, aus zwei Erwachsenen, die sich Erwerbs- und Sorgearbeit partnerschaftlich teilen. Das ist für Eltern und ihre Kinder ein riesiger Gewinn, unsere Volkswirtschaft profitiert ebenfalls. Für die Familienpolitik aber entstand ein riesiges Problem: Ihre Bausteine passen nicht mehr zum neuen Ideal – mit fatalen Konsequenzen. Die Modellfamilie von heute wird vom Staat durch das Ehegattensplitting eben nicht gefördert: Er versagt Eltern mit ähnlichen Einkommen die steuerliche Entlastung. Diese und andere staatliche Regelungen sind Bremsklötze für die Gleichstellung.

Was heißt hier "partnerschaftlich"? Zum einen sind die Position von Mutter und Vater in einer familialen Triade nicht dieselben, sie sind deswegen auch nicht wechselseitig ersetzbar, zum anderen würde eine formale Aufteilung nicht dem gerecht, dass es unterschiedliche Neigungen und Affinitäten zu bestimmten Aufgaben gibt. "Teilen" kann hier nur bedeuten, dass man einen Weg findet, sich diesen Aufgaben so zu stellen, dass es für ein Paar stimmig ist. Dazu könnte aber auch gehören, dass eben nicht beide beides gleichermaßen übernehmen. Die Vorstellung, Gleichberechtigung wäre erreicht, wenn es beide tatsächlich tun, hängt noch an der Vorstellung, dass Erwerbstätigkeit immer erstrebenswert wäre oder sein müsste. Allmendinger geht darüber hinweg, dass es zwar für das Familienleben grundsätzlich gut wäre, wenn Mütter und Väter gleichermaßen präsent sind und ihre Position füllen, das aber dann nicht hilfreich ist, wenn sie damit hadern, z. B. weil sie die Vereinnahmung, die damit einhergeht, überfordert, und zwar aus biographischen Gründen. Was die Parteipositionen betrifft, bin ich überrascht, denn meines Wissens sind die Abschnitte über Familie in der Regel ziemlich unterbestimmt und kommen über Floskeln nicht hinaus, zugleich bleibt die Stellung von Erwerbstätigkeit unangefochten - in Blick in die Programm zur letzten Bundestagswahl sowie in die Familienberichte zeigt das.

Die Anmerkung zum Ehegattensplitting ist eindimensional und unterkomplex, siehe hier.

Was schlägt sie nun vor, wenn sie die bisherige Orientierung an Vollzeit für problematisch hält?

"Unsere Volkswirtschaft jedenfalls würde bei einer 32-Stunden-Woche ein sattes Plus an Produktivität und Arbeitsvolumen verbuchen, wenn ein Haushalt 64 Stunden und nicht, wie zu Zeiten meiner Eltern, 40 Stunden Erwerbsarbeit erbringen würde."

Ganz praktisch betrachtet führt das zu einer Vier-Tage-Woche bzw. einer Fünf-Tage-Woche mit 6,5 Stunden. In der Tat würde das einen Zeitgewinn für anderen Tätigkeiten und im konkreten Fall für das Familienleben bedeuten. Im Fall der Vier-Tage-Woche würde es einen Tag ausmachen, in der Fünf-Tage-Woche muss man An- und Abfahrts- sowie Pausenzeiten dazurechnen (je nachdem, wie gut eine Home-Office-Tätigkeit möglich ist). 6,5 Stunden zuzüglich einer halben Stunde An- und Abfahrt, zuzüglich einer Pause von einer Stunde, macht 8,5 Stunden. Beginnt der Arbeitstag um 8 Uhr, wäre er um 16.30 Uhr beendet. Wieviel Zeit bleibt da tatsächlich? Ist es wirklich ein großer Gewinn? In Abhängigkeit vom Alter ist das Nähe- und Austauschbedürfnis von Kindern zu ihren Eltern unterschiedlich stark. Im Kleinkindalter würde eine solche Arbeitswoche immer noch bedeuten, dass Kinder in einer Ganztagsbetreuung versorgt werden müssten an den Tagen, an denen Eltern erwerbstätig sind - und das gälte auch, wenn sie älter sind. Die Zeit für spontanen Austausch, den Bedürfnissen der Kinder folgend, wie es im vorpubertären Alter besonders ausgeprägt ist, wäre eben erheblich eingeschränkt und nur unwesentlich verbessert. Allmendinger stell auch den Vorrang von Erwerbs- vor Sorgetätigkeit nicht in Frage, der ja ebenso normativ gilt. Sorgetätigkeiten würden dadurch nur unerheblich aufgewertet und blieben immer noch in der zweiten Reihe stehen, denn den normativen Vorrang behielte Erwerbstätigkeit.

"Auch der Kinderwunsch hat viel mit ausreichender Zeit für Kinder, Kindertagesstätten und Ganztagsschulen zu tun. Wenn Kinder gegen die Karriere gestellt werden (müssen), verzichten Menschen eher darauf, Eltern zu werden. Kinder und Karriere für Mütter und Väter, beides für beide, ist bei Vollzeit schlicht zu viel."

Wie ist die Vorstellung von Ganztagsschulen und womöglich -kitas damit überein zu bringen, mehr Zeit für die Kinder zu haben - das widerspricht sich unmittelbar. Verschätzt sich Allmendinger hier nicht und Frauen verzichten auf Karriere, weil sie diesen starken Widerspruch stärker wahrnehmen als Männer, deren Vollerwerbstätigkeit in den vergangenen Jahrzehnten nicht in Frage stand? Sie wurde durch das Dogma, beinahe jede Erwerbstätigkeit sei besser als keine noch verstärkt. 

In der Tat sind "Karriere" und "Kinder" bei Vollzeit nicht überein zu bringen, man müsste zugespitzt sagen, sie sind ohnehin nur organisatorisch überein zu bringen, nicht aber beide gleichermaßen mit Leben zu füllen, ohne zu verzichten. Was im Berufsleben geplant, delegiert und liegengelassen werden kann, kann es im Beziehungsgefüge von Familie nicht, Bedürfnisse artikulieren sich spontan, impulsiv und folgen nicht der Logik von Terminen. Deswegen wäre es besser, die illusionäre Formel von der Vereinbarkeit von Familie und Beruf fallen zu lassen und stattdessen besser vom ständigen Konflikt zweier nicht vergleichbarer Handlungslogiken zu sprechen. Diesen Konflikt auszutarieren und für sich eine passende Antwort zu finden, ist die größte Herausforderung.

"Zudem ist die Gleichstellung von Frauen und Männern zu fördern, verbunden mit vom Staat bezahlter Sorgearbeit für Kinder und die eigenen Eltern. Angesichts des niedrigen Ausgangsniveaus der von Vätern beanspruchten Elternzeit könnten die Partnermonate deutlich ausgeweitet werden, zu denken wäre neben der Familienstartzeit an je gleich lange Elternzeiten für beide Elternteile."

Sicher lässt sich Elternzeit besser fördern und anders gestalten, solange aber der Vorrang von Erwerbstätigkeit nicht angetastet werden soll, bleibt Sorgetätigkeit etwas Nachrangiges, das nur vorübergehend Raum erhält, immer aber minderwertig bleibt. In Japan scheint es übrigens solch ausgeweitete Ansprüche für beide Eltern zu geben, ohne dass die erwünschte Wirkung eingetreten wäre. 

Allmendinger müsste das existierende Elterngeld ob seiner Prämierung von Erwerbstätigkeit (Lohnersatzleistung) gegenüber Nicht-Erwerbstätigkeit kritisieren, wenn sie den Vorrang von Erwerbstätigkeit für kritisierenswert hielte, das scheint aber nicht der Fall zu sein. 

Was tun? Ein Bedingungsloses Grundeinkommen macht im Unterschied zum hier kommentierten Vorschlag den Weg frei, Sorgetätigkeiten aus ihrer Nachrangigkeit zu befreien und ihnen den gebührenden Platz einzuräumen. Dann können alle anderen Fragen auch anders diskutiert werden.

Siehe unsere früheren Beiträge zu Ausführungen Jutta Allmendingers hier.

Sascha Liebermann

20. April 2023

Jutta Allmendinger zum Bedingungslosen Grundeinkommen bei Jung & Naiv

Die relativ kurze Passage in dem langen Gespräch ab 1:23:30 gib doch einen ganz guten Einblick darein, wie  Jutta Allmendinger über das BGE denkt. Als sei die Diskussion nicht ziemlich differenziert mittlerweile, fordert sie auf Thilo Jungs Frage hin zuerst einmal eine Antwort darauf, welches BGE er denn meine. Systematisch betrachtet gibt es gar nicht so viele und der Kern ist bei allen ziemlich gleich. Abweichungen gibt es vor allem in der Betragshöhe und dahingehend, welche sozialstaatlichen Leistungen es ersetzen soll. Auch diese Spanne ist allerdings schnell benannt, hängt dann letztlich von praktischen Bewertungen ab.

Schnell indes merkt man, wie dann nicht mehr systematisch, sondern sozialpolitisch wertend argumentiert wird - und Thilo Jung weist auf manche Widersprüchlichkeit hin. Wenn denn nun Erwerbsarbeit so wichtig sei, dann ändere ein BGE gar nichts daran, dass die Menschen werden erwerbstätig sein wollen - sagt er ihr. Dem hat Frau Allmendinger nichts entgegenzusetzen, außer der Sorge, ein BGE führe zur Individualisierung  und nicht zur Vergesellschaftung, das habe man ja in der Pandemie gesehen, wenn die Bürger mehr zuhause arbeiten. Ähnlich wie Axel Honneth (siehe auch hier) kann sie sich also nicht vorstellen, dass es eine Gemeinwohlbindung gibt, die gar nicht über Erwerbsbeteiligung vermittelt, sondern davon unabhängig ist. Diese Deutung hat ihren Grund darin, Sozialintegration nur durch Erwerbsintegration denken zu können, obwohl letztere mit ersterer nur wenig zu tun hat. Sozialintegration erfolgt bezogen auf die Person in ihrer Stellung im Gemeinwesen, und das macht die Demokratie modern, über den Status der Zugehörigkeit, also darüber, Träger der politischen Ordnung als Staatsbürger zu sein. Erwerbsintegration ist eine nur begrenzte, auf Leistung und Funktion hin bezogene, die zugleich die Person vollständig austauschbar macht, das genau macht die Erwerbsarbeit modern, der Einzelne ist eben dort nur Aufgabenbewältiger (siehe auch hier). 

In der Tat wissen wir nicht, was die Menschen mit einem BGE machen werden, weshalb aber sollten wir davon ausgehen, dass das, was ihnen heute wichtig erscheint, ihnen dann nicht mehr wichtig erschiene? Würden sie allenfalls die Gewichtungen verschieben, den Zeitpunkt, was sie wann machen? Es ist aber doch unwahrscheinlich, nur einer Geldleistung wegen das gesamte Leben umzukrempeln.

Sascha Liebermann

4. Juli 2019

"Bergab geht’s immer nur bei den anderen" - Missgunst in Deutschland...

...darüber schrieb Gerald Wagner in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung und bezieht sich die Befragung im Rahmen der zweiten Welle der "Vermächtnis"-Studie, die das Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) durchgeführt hat. Wagner kritisierte die Deutungen der Befragungsergebnisse durch Jutta Allmendinger und meint, Klärung könnte hierzu nur die Sozialstatistik bieten. Sie kann aber allenfalls darüber aufklären, ob zutrifft, wie Befragte die gesellschaftliche Lage deuten (also Einkommensverhältnisse, prekäre Arbeitsverhältnisse usw.), nicht aber, weshalb Befragte diese Verhältnisse so deuten, wie sie es tun, und wie dann eine Diskrepanz zwischen realen Verhältnissen und Deutung zu erklären sei. Da hilft die Statistik nicht weiter, hierzu bedarf es "qualitativer" Studien im Sinne z. B. der fallrekonstruktiven Forschung (siehe z. B. hier). Befragungsdaten sind ohnehin denkbar oberflächlich, weil sie nur abfragen, was der Befragte auch bewusst angeben kann.

Wagner macht in dem Beitrag auf ein Phänomen aufmerksam, dass aus der Grundeinkommensdiskussion ebenso bekannt ist:

"Ganz so rosig ist das Bild natürlich nicht. Es gibt zwei Themen, da fallen die Selbst- und Fremdwahrnehmung der Befragten dramatisch auseinander. Das seien ausgerechnet die Familie und die Arbeit, so Allmendinger. Während man eigene Kinder für sich selbst als sehr wichtig erachte und davon überzeugt sei, dass ein entsprechendes Wir-Gefühl höchst bedeutend ist und die Erwerbstätigkeit sinnvoll und den eigenen Erwartungen daran entsprechen müsse, sinkt die Erwartung für die Zukunft der anderen hier drastisch. So halten über 75 Prozent der Befragten Kinder für das eigene Leben heute wichtig, glauben aber, dass das nur noch für 25 Prozent der kommenden Generationen ebenfalls gelten wird. Bei der Arbeit ist es noch deutlicher: Über 75 Prozent sagen heute, der Sinn ihres Jobs sei ihnen sehr wichtig, sehen diese Einstellung bei anderen in Zukunft aber nahezu gegen null gehen."

Wo so über andere gedacht wird, sind entsprechende Befürchtungen die Folge, z. B. dass ohne Erwerbszwang die Wirtschaft zusammenbreche usw. Wie aber ist die Diskrepanz zu erklären? Woher kommt die negative Einschätzung der anderen? Was die Befragung offenbar nicht deutlich macht - Wagner erwähnt das zumindest nicht - ist, dass tatsächlich, trotz dieser Diskrepanz, jeder sein Leben lebt und jeder darauf vertraut, dass andere es ebenso tun. Eine Kontrollinstanz für gute Lebensführung gibt es nämlich gar nicht - das scheint aber gerade von manchen für ein Problem gehalten zu werden (siehe "Die Sorge vor dem Kontollverlust...").

Sascha Liebermann

1. September 2017

Was dagegen spricht, spricht auch dafür...

...so resümiert das Handelsblatt Äußerungen der Soziologin Jutta Allmendinger in einer Besprechung ihres Buches "Das Land, in dem wir leben wollen". Hier die entsprechende Passage:

"Wenn etwa die Erwerbsarbeit solch einen hohen Wert für die Menschen heute, aber auch für ihren Zukunftswunsch hat, ist die Debatte über das Grundeinkommen aus Allmendingers Sicht die falsche. Demnach brauche man Menschen nicht aus der Erwerbsarbeit herauskaufen, da sie ja arbeiten wollen. Andererseits könnten Befürworter eines Grundeinkommens dies auch als Beleg dafür anführen, dass sich Menschen eben nicht einfach in die Hängematte legen würden, statt etwa zu gründen. Arbeit, so die Studie, bedeute Entfaltung und Zugehörigkeit, Teilhabe und Miteinander. Die Wissenschaftlerin argumentiert daher: „Wir müssen die Menschen mitnehmen, ihnen Chancen, Orientierung und Sicherheit geben, sie aktiv vorbereiten auf die Arbeitswelt von morgen.“

Es ist der letzte Satz, der aufschlussreich ist, weil er eine Haltung zu erkennen gibt. Wie genau sieht das Mitnehmen aus? "Mitnehmen" ist ein pädagogisierender Schlüsselbegriff für das hier zu erkennende Problem, die entscheidende Frage ist, dürfen die Einzelnen mitkommen, wenn sie wollen oder werden sie einfach mitgenommen? Ermöglichen wir Entscheidungen oder wird vorgegeben, in welche Richtung Entscheidungen zu erfolgen haben?

Frühere Kommentare zu Ausführungen Jutta Allmendingers finden Sie hier. Siehe ebenso "Stilllegungsprämie - da weiß man, mit wem man es zu tun hat"

Sascha Liebermann

6. Juli 2017

Sollen statt wollen - paternalistische Fürsorge mit wohlmeinenden Absichten


Siehe unserer früheren Kommentare zu Ausführungen von Jutta Allmendinger zum Bedingungslosen Grundeinkommen.

In diesem Zusammenschnitt eines Interviews tauchen verschiedene Themen auf, darunter das Bedingungslose Grundeinkommen. Frau Allmendinger setzt angesichts gegenwärtiger Herausforderungen auf Arbeitsmarktpolitik und Prävention, also Qualifizierung, um etwaiger Erwerbslosigkeit vorzubauen. Eine Frage, die sich dann aufdrängt ist, auf welcher Basis für den Einzelnen all dies in Angriff genommen wird: kann er, soll er oder muss er? Dampft man die Ausführungen bezüglich dieser Frage ein, dann bleibt der paternalistische Vorbehalt Frau Allmendingers stehen. Sie befürchtet nämlich, ein BGE führe dazu, dass "Leute" Zeit mit ihresgleichen verbringen, statt sich zu "durchmischen". Wer mit wem - darüber soll der Einzelne also so wenig wie möglich befinden können.

Wenn "Sorgearbeit" angemessen bezahlt werden soll, so ihr Vorschlag, dann verändert sie sich jedoch für diejenigen, die dafür gar keine Bezahlung, aber eine Absicherung in Gestalt von Einkommenssicherheit benötigen. Ein BGE wäre eben keine Bezahlung, sondern eine Ermöglichung, Zuwendung zu Angehörigen würde dadurch eben nicht kommodifiziert, also zu einer Dienstleistung verwandelt, wie es der Fall ist, wenn ausgebildete Pfleger beauftragt werden. Gleichwohl wäre Pflege aus diesem Motiv abgesichert.

Es darf am Ende natürlich der Hinweis darauf nicht fehlen, wie wichtig Ganztagsschulen seien. Dem wäre die Frage entgegenzuhalten, welche Erfahrungsmöglichkeiten im lebensnahen oder auch frei gewählten Umfeld Kindern und Jugendlichen dann noch bleiben, wenn sie die meiste Zeit des Tages in einer Einrichtung unter Beaufsichtigung verbringen. Es ist grundsätzlich etwas anderes, ob aus eigenem Drang die Welt erkundet wird oder dies im Rahmen einer pädagogischen Einrichtigung geschieht. Zum Leben gehört auch Privatsphäre, Dinge verbergen zu können, das können Kinder aber nur, wenn es beaufsichtigungsfreie Erfahrung geben kann - das spricht genau gegen Ganztagsschulen und -kitas. Dann aber bedarf es nahestehender Personen, in vielen Fällen der Eltern, damit solche Erfahrungen gemacht werden können. Besonders grotesk ist es, wenn der Achte Familienbericht aus dem Jahr 2012 mit dem Ziel "Zeit für Familie" überschrieben ist, die Empfehlungen allerdings, wie bei Allmendinger, in Richtung Ganztagsbetreuung gehen, was ja letztlich heißt: keine oder wenig Zeit für Familie.

Sascha Liebermann

11. April 2017

Ziehungsrechte - die schlechte Alternative zum Bedingungslosen Grundeinkommen

Die Diskussion über Ziehungsrechte wird schon länger geführt, in jüngerer Zeit durch den Vorschlag eines Lebenschancenkredits von Steffen Mau - schon der Begriff ist bezeichnend - ist sie wiederbelebt worden. Im Unterschied zu einem Bedingungslosen Grundeinkommen sind diese Modelle aber zweckgebunden, eröffnen zwar mehr Freiräume als heute, bleiben jedoch in der Logik einer aktivierenden Sozialpolitik stecken. Die Überlegungen von Mau gehen auf Ausführungen von Alain Supiot zurück. Zu dessen Modell hatte sich vor einigen Jahre Ulrich Mückenberger in seinem Beitrag "Ziehungsrechte – Ein zeitpolitischer Weg zur „Freiheit in der Arbeit“?" geäußert. Mückenberger macht darin deutlich, dass diese Ziehungsrechte jedoch von beschränkter Wirkung seien und machte sich deswegen für ein Grundeinkommen stark, das ergänzend hinzutreten müsste, um Nicht-Erwerbstätige von den Ziehungsrechten nicht auszuschließen.

In eine ähnliche Richtung wie Ziehungsrechte weisen Vorschläge zu Lebenszeitkonten (siehe z. B. hier, hier, hier und hier). Siehe auch "Ganz nah dran und doch anders – Anthony Atkinsons 'participation income'".

Sascha Liebermann

30. Dezember 2016

"Bedingungsloses Grundeinkommen - Ein Gewinn für die Gesellschaft?" - Podcast online

Anfang Dezember fand auf Einladung der Volkswagenstiftung diese Diskussion statt, nun steht die Audioaufzeichnung online zur Verfügung.

6. Dezember 2016

"Bedingungsloses Grundeinkommen - Ein Gewinn für die Gesellschaft?"...

...unter diesem Titel diskutierten am 1. Dezember auf Einladung der Volkswagenstiftung Prof. Dr. Michael Opielka (ISÖ - Institut für Sozialökologie, Siegburg, und Professor für Sozialpolitik, Ernst-Abbe-Hochschule Jena), Prof. Dr. Stephan Lessenich (Institut für Soziologie, Universität München, Prof. Dr. Jutta Allmendinger (WZB - Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung) und Michael Sommer (ehemaliger Bundesvorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB)).

Siehe hierzu einen Kurzbericht im Weser Kurier. NDR Info berichtete ebenfalls darüber.

28. Januar 2011

"Jedes Leid hat einen Namen"

Auf diese Formel bringt Götz W. Werner den Missstand, dass wir individuelle Lebenssituationen allzu leicht hinter Konzepten und statistischen Größen verschwinden lassen (siehe seine Kolumne im dm-Kundenmagazin), das damit verbundene Leid folglich nicht mehr sehen. In Erinnerung ruft er hierbei eine Diskussion mit der Soziologin und gegenwärtigen Präsdentin des Wissenschaftszentrums Berlin, Jutta Allmendinger, aus dem Jahr 2008 in dem Magazin Chrismon (der Artikel ist online nicht mehr verfügbar, siehe aber unseren Beitrag von damals dazu). Sie hält darin der Perspektive auf das Individuum, die Werner stark macht, das Konzept der Vollbeschäftigung entgegen, wenn sie sagt, 3% Arbeitslose bedeuten beinahe Vollbeschäftigung. Nun, was hilft das dem Einzelnen? Ganz anders wäre es mit einem bedingungslosen Grundeinkommen.

14. Oktober 2008

Die Soziologin spricht über das Leben – und verwechselt es mit Statistik

Aus der Soziologie, die etwas dazu sagen könnte, hört man wenig über Forschungsergebnisse zur Autonomie der Lebensführung und Gemeinwohlbindung, die Aufschlüsse über mögliche Auswirkungen eines bedingungsloses Grundeinkommen zulassen. Um so aufmerksamer sind die Ausführungen von Jutta Allmendinger zu lesen, die sich im Gespräch mit Götz Werner im Online-Magazin Chrismon zu ähnlichen Fragen äußert. Es sei dem Leser überlassen, was man aus den Ausführungen der Präsidentin des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung (WZB) über den Zustand der Soziologie herauslesen kann. Was zum BGE gesagt wird, kommentieren wir.

chrismon: Viele Menschen quälen sich morgens aus dem Bett, weil sie arbeiten müssen.
Allmendinger: Die meisten Menschen würden arbeiten, aber viele in anderen Jobs als heute. Ich bin in der luxuriösen Situation, mir meine Arbeit weitgehend wählen zu dürfen. Aber nicht alle Menschen haben eine Bildung, wie ich sie genießen durfte, weil ich zufällig im richtigen Elternhaus groß geworden bin.

Was lässt diese Antwort nun erwarten? Plädiert sie dafür, dass Menschen mehr Möglichkeiten erhalten sollten, wählen zu können? Das wäre konsequent. Gemeint ist wohl, dass Bildung die Wahlmöglichkeiten verbessert. Das ist statistisch betrachtet der Fall, nicht aber für den Einzelnen gesichert (wie auch Paul Krugman weiß), wie man an zahlreichen, sich von einem zum nächsten befristeten Arbeitsvertrag hangelnden Wissenschaftlern und Freiberuflern sehen kann.
Frau Allmendinger entgegnet dann auf die Äußerung Götz W. Werners, der feststellt, dass auch viele Akademiker arbeitslos seien:

Allmendinger: Das stimmt so nicht. Unter Akademikern sind, statistisch betrachtet, keine drei von hundert Menschen arbeitslos. Unter den Bildungsarmen im Osten sind es 50 von hundert.
Werner: Also fast drei Prozent! Ist das nichts? Wie viel Hunderttausend Menschen stehen dahinter?

Was aber ändert der statistische Befund am Einzelschicksal? Gar nichts, wie Werner treffend feststellt. Für eine Vorstellung von Politik, die Probleme über Planung lösen will, ist ein solcher Befund relevant, nicht aber für eine, die den Einzelnen im Auge hat und seine Möglichkeiten maximieren will.

Allmendinger: Sie sehen das Problem individuell. Aufs Ganze gesehen bedeutet eine Arbeitslosenquote von drei Prozent Vollbeschäftigung. Das Thema Akademikerarbeitslosigkeit wird in den Medien überbetont.

Das Einzelschicksal werde also überbetont. Für den Einzelnen ist diese Auskunft eine Verhöhnung, denn er ist nicht nur arbeitslos, er sieht sich auch dem ALG-Apparat gegenüber. Dass die von Frau Allmendinger genannte Zahl eine willkürliche Definition darstellt, dass "Arbeitslosigkeit" ohnehin ein Artefakt ist, insofern sie davon bestimmt wird, auf welchem Weg wir unser Einkommen erhalten bzw. nicht erhalten - heute durch sozialversichungspflichtige, abhängige Beschäftigung, sei hier nur erwähnt.

chrismon: Wird es in Zukunft so stete Berufsbiografien geben, wie die heutige Rentnergeneration sie gelebt hat?
Allmendinger: Lebensläufe, die Brüche aufweisen, sind produktiver. Ich wünsche mir mehr davon. Sie nehmen ohnehin zu.

Man staunt. Soll doch der Einzelne darüber entscheiden ob er mit solchen Brüchen leben will. Auf der Basis einer Absicherung durch ein BGE könnte er es tun. Jedoch eine Lebensmaxime daraus zu machen und an der Arbeitshauspolitik der vergangenen Jahre festzuhalten, die antifreiheitlich ist, ist zynisch.

chrismon: Ist Hartz IV, konkret das Arbeitslosengeld II, nicht schon so etwas wie ein Grundeinkommen?
Werner: Nein. Das Arbeitslosengeld II wird nicht bedingungslos gezahlt. Wer es beantragt, muss sich dafür rechtfertigen und seine Lebensverhältnisse offenbaren. Hartz IV ist offener Strafvollzug. Die Menschen sind ihrer Freiheitsrechte beraubt.
Allmendinger: Aber Ihr Grundeinkommen wäre deutlich niedriger als Hartz IV, wenn Sie bei 800 Euro im Monat beginnen.
Werner: Aber jeder kann dazu verdienen.
Allmendinger: Sie rechnen das Grundeinkommen doch auch an. Wenn Sie 800 Euro als Grundeinkommen haben und 2000 durch Erwerbsarbeit verdienen, entfällt das Grundeinkommen.

Abgesehen davon, dass Frau Allmendinger Bildung nur als Bildung für den Arbeitsmarkt begreift, hat sie sich offenbar auch mit der Diskussion um das BGE wenig beschäftigt, zumindest verwechselt Sie das BGE Herrn Werners mit dem von Herrn Althaus.
Und dann bringt Frau Allmendinger etwas zur Sprache, was auch in der BGE-Diskussion umstritten ist. Zwei verschiedene Vorstellungen von Gerechtigkeit sind zu erkennen.

Allmendinger: Sicher, aber man muss doch leben! Angenommen ich habe nur 800 Euro Grundeinkommen pro Monat. Sie, Herr Werner, haben 10000 Euro, Grundeinkommen plus Verdienst. Pro Monat geben wir beide 300 Euro für die nötigsten Lebensmittel, Toilettenpapier und Kleidung aus. Um unsere Grundbedürfnisse zu decken. Das Ergebnis: Gemessen an unseren Einkommen würde ich mehr Steuern zahlen als Sie.
Werner: Ja, schon. Aber wir hätten beide 300 Euro eingesetzt, aber mir bleiben 9700 Euro. Das Grundeinkommen heißt nur: Hier ist die Teilhabe, jetzt zeig mal, was du kannst! Die Frage ist, was man mit seinen Talenten macht.

Und eine weitere Passage, an der zu erkennen ist, dass sich die Wissenschaftlerin nicht auf die Umgestaltungsmöglichkeiten durch ein BGE einlässt und sie einfach bezweifelt statt zu argumentieren.

chrismon: Und wer leert dann die stinkende Biomülltonne?
Werner: Die Frage drückt die Haltung aus, dass man Menschen zwingen muss, etwas zu tun, was man selbst nicht tun will. Wer eine Leistung haben will, hat drei Möglichkeiten: erstens einen attraktiven Arbeitsplatz zu schaffen, an dem diese Leistung erbracht wird. Zweitens: Wenn sich niemand findet, der die Leistung erbringt, muss man diesen Arbeitsplatz noch attraktiver gestalten und die Arbeit besser bezahlen. Dritte Möglichkeit: Sie machen es selbst.
Allmendinger: Sie haben die Hoffnung, dass ein Grundeinkommen würdevolle Jobs schafft. Ich bezweifle das.

Die Frage der Freiheit wird immer auf die Frage reduziert, wie komme ich am besten in den Arbeitsmarkt, wie in der folgenden Passage zu sehen ist. Das Leben erscheint immer nur als Leben für einen ‚Job’, eines außerhalb ist für Frau Allmendinger nicht denkbar. Sie trifft damit zwar die heutige Lage, denn wer ohne Einkommen ist, hat ein Problem. Gerade das aber würde ein BGE ja ändern, die Orientierung am ‚Job’ wäre nicht mehr notwendig, diejenige am Beruf, an der Berufung jedoch viel mehr als heute möglich.

Allmendinger: Für Sie wären 800 Euro Gold wert gewesen, weil sie gute Voraussetzungen hatten, vor allem eine gute Ausbildung. Auch ein Grundeinkommen schafft nicht automatisch gleiche Zugangschancen. Dieses Gerechtigkeitsprinzip ist in unserer Gesellschaft durchbrochen. Menschen mit niedriger Bildung bekommen schlechte oder keine Jobangebote. Sie vertreten da ein elitäres Konzept. Denen, die viel haben, wird noch mehr gegeben.
Werner: Jetzt öffnen Sie sich doch mal! Wenn alle ein Grundeinkommen hätten, könnten alle etwas tun, ohne dass es gleich ums Verdienen geht. Das würde ehrenamtliche Arbeit befördern, Bürgerinitiativen, Sozialarbeit. Schon heute gibt es 22 Millionen Menschen in Deutschland, die ehrenamtlich arbeiten!

Ist das alles, was die Soziologie dazu zu sagen hat? Ein Grund mehr, auf die Bürger und ihr Engagement für ein BGE zu setzen.

Sascha Liebermann